Bundestagsabgeordneter Kühn: Deutscher Wetterdienst ohne schlüssiges Konzept für Wetterwarte auf dem Fichtelberg

Mittwoch, 1. März 2017

Stephan Kühn, Bundestagsabgeordneter der Sächsischen GRÜNEN

Zum Antwortschreiben des Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Prof. Dr. Adrian, an Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt dieser:

"Die Wetterstation auf dem Fichtelberg muss erhalten bleiben. Der DWD selbst räumt in seinem Antwortschreiben ein, dass Schneehöhen, Schnee-Wasser-Äquivalent und Bedeckungsgrad derzeit technisch nicht erfasst werden können und vollautomatisierte Alternativen sich erst noch im Erprobungsstadium befinden.

Speziell das Schnee-Wasser-Äquivalent ist jedoch ein unverzichtbarer Parameter für die gesamte Hydrologie und Wasserwirtschaft, nicht zuletzt in Bezug auf Hochwassergefahren. Um die Klimareihen auch in Zukunft nahtlos weiterführen zu können, muss der Fichtelberg wieder - wie ursprünglich vorgesehen - zur Klimareferenzstation erhoben werden.

Ich werde mich in dieser Angelegenheit an den zuständigen Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) wenden und auffordern, diesen Irrweg zu stoppen.

Der Verweis seitens des DWD, dass man die Entscheidung zur Aberkennung dieses Status der Fichtelberg-Wetterwarte zugunsten der Bergstation des Brockens getroffen hat, mutet schon mehr als seltsam an, da auch diese Station vom DWD spätestens 2020 vollautomatisiert werden soll.

Vom festgelegten Konzept des Deutschen Wetterdienstes im Jahr 2009, welches noch bundesweit zwölf solcher Klimareferenzstationen vorsah, die "als Herzstück des gesamten deutschen Wetternetzes auch noch in 100 Jahren mit einheitlicher Messtechnik und gut ausgebildeten Wetterbeobachtern die Klimaveränderungen dokumentieren sollen", bleibt demnach nichts mehr übrig. Das ist für mich absolut unverständlich und nicht hinnehmbar.

Generationen vor uns haben mit ihrer Wetterdokumentation die Grundlagen für die heute so wichtigen Klimareihen gelegt, die der DWD nun mit der gesamten Vollautomatisierung und dem Personalabzug aufs Spiel setzen will. Damit kommt er seiner Verantwortung nicht nach. Denn letztlich hat der DWD einen gesetzlich fixierten Informations- und Forschungsauftrag, dem er auch künftig vollumfänglich nachkommen muss."