Drei Bahnbrücken im Erzgebirgskreis abrissreif - Sebastian Walter (GRÜNE): „Wir brauchen Geld und Planungskapazitäten, um den Infrastrukturverfall zu stoppen!“

Donnerstag, 7. September 2017

Sebastian Walter, Bundestagskandidat der GRÜNEN im Erzgebirge

Die Bahninfrastruktur in Deutschland befindet sich in einem maroden Zustand. Das ist das Ergebnis der Antworten der Bundesregierung auf 16 Kleine Anfragen der Grünen-Bundestagsfraktion zum Zustand der Bahninfrastruktur in den deutschen Bundesländern, welche am Donnerstag auf SPIEGEL ONLINE veröffentlicht worden sind. Davon befinden sind gleich drei abrissreife Bahnbrücken im Erzgebrigskreis (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eisenbahnbruecken-hier-zerbroeselt-deutschlands-infrastruktur-a-1165451.html).

So befinden sich aktuell mehr als 1.100 Brücken in Deutschland in einem Zustand, bei dem der Abriss kostengünstiger und wirtschaftlicher wäre als eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur. Als Beispiele maroder Brücken im Bundestagswahlkreis Erzgebirgskreis I führt der Grünen-Bundestagskandidat Sebastian Walter die Bahnbrücke über die Zwönitz bei Dittersdorf, die Brücke über die Flöha bei Olbernhau und die 1952 errichtete Bahnbrücke über das Schwarzwasser in Schwarzenberg an. All diesen Brücken ist gemeinsam, dass diese von der DB Netz AG, der Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, in der schlechtesten Zustandskategorie 4 gelistet worden sind. 

Bei einer angenommenen realistischen Lebensdauer der bundesweit rund 25.700 Bahnbrücken von rund 100 Jahren wäre eine Erneuerung von 257 Brücken jedes Jahr notwendig, um eine dauerhaft gute Infrastruktur im Bahnnetz vorzuhalten. Tatsächlich, so das Ergebnis der Bundestagsanfragen der Grünen, wurden in den vergangenen Jahren jährlich gerade einmal 115 Bahnbrücken erneuert. Auch das Ziel der Bundesregierung, mit der Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn innerhalb von fünf Jahren deutschlandweit 875 Brücken zu sanieren, wird dem Sanierungsbedarf nicht ansatzweise gerecht.

So sind die Bahnbrücken in vielen Bundesländern auch trotz zahlreicher Neubauprojekte in einem hohen Alter. In Sachsen sind rund 30 Prozent aller Bahnbrücken in den Zustandsstufen 3 oder 4, also in mangelhaftem Zustand oder gar abrissreif.

Sebastian Walter, Grünen-Bundestagskandidat im Erzgebirgskreis, erklärt zum Zustand der Bahnbrücken in der Region: „Die Große Koalition macht entschieden zu wenig, um unsere Bahninfrastruktur in Schuss zu halten, was sich auch im Erzgebirge auswirkt. Statt das Schienennetz zu erhalten, kümmert sich Verkehrsminister Dobrindt um eine Autobahnmaut und bayerische Ortsumfahrungen. Was wir nach der Bundestagswahl brauchen, sind mehr finanzielle Mittel und deutlich mehr Planungskapazitäten für das Bahnnetz. Dafür setzen wir Grüne uns ein.“

„Wir Grüne setzen auf eine vernünftige Verkehrspolitik, die auf Erhalt vor Neubau setzt. Wenn die Bahn pünktlicher fahren und zu einem zuverlässigen Verkehrsmittel für die Fahrgäste werden soll, müssen wir an das marode Netz ran. Nur so schaffen wir es, dass die vielen Langsamfahrstellen weniger werden und der Bahnverkehr flüssiger fährt. Wir wollen daher nach der Bundestagswahl ein Investitionsprogramm auflegen, das den Erhalt unserer Infrastruktur in den Mittelpunkt rückt. Nur so schaffen wir eine schnellere Bahn auch im Erzgebirge“, so der Grünen-Bundestagskandidat Sebastian Walter abschließend.