GRÜNE fordern öffentliche Trinkwasserbrunnen und mehr städtische Begrünung: Erfrischendes Trinkwasser an Hitzetagen für Gesundheit unverzichtbar

Sonntag, 25. Juni 2017

Die sommerlich heißen Tage der letzten Jahre zeigen uns, dass die Klimaänderung künftig allein durch engagierten Klimaschutz nicht vollständig vermieden werden kann - mit weitreichenden Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. 

Häufig wird durch heiße Tage, Tropennächte und Hitzeperioden die gesundheitliche Belastungsgrenze für empfindsame Personengruppen, darunter vor allem ältere Menschen, Kleinkinder oder Personen mit Vorerkrankungen, sehr schnell erreicht.

„Anpassungsmaßnahmen und - strategien sind daher für jede einzelne Kommune auch im Erzgebirge zwingend notwendig“, so Ulrike Kahl von den GRÜNEN.

„Als eine solche umsetzbare Maßnahme sehen wir die Errichtung öffentlicher Trinkwasserspender in unseren Städten und Gemeinden. Trinkwasser ist kostbar und lebensnotwendig, es ist ein öffentliches Gut, dass allen Menschen - an heißen Tagen erst recht - zugänglich sein sollte. Es dient der körperlichen Entlastung und verbessert sowohl für Bürger als auch Touristen die Aufenthaltsqualität in unseren oft aufgeheizten Innenstädten. Öffentliche Trinkwasserbrunnen können auch zu sozialen Orten werden, wo sich Menschen treffen und miteinander kommunizieren“, so die GRÜNE.

Gerade Senioren, die sonst Hitzetage abgeschottet in ihren Wohnungen verbringen, ermöglicht man dadurch wieder eine Teilnahme am Alltag im Freien.

In südeuropäischen Ländern ist dies seit langem üblich, so hat Rom über 2 500 solcher Trinkwasserbrunnen und Wien verfügt über 900 öffentliche Wasserspender. 

Im Jahr 2012 startete auch Holland eine Initiative zur Errichtung Tausender öffentlicher Trinkwasserhähne auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen.

Die Anzahl der in Deutschland vorhandenen Trinkbrunnen dagegen ist noch sehr überschaubar und kann auf der Homepage www.trinkwasser-unterwegs.de eingesehen oder auch als App heruntergeladen werden.

„Auch das Erzgebirge ist da noch ein weißer Fleck, was sich in Anbetracht zunehmender Klimaerwärmung dringend ändern sollte. Dabei können Trinkwasserspender sinnvollerweise auch entlang von Radwegen oder am Beginn von Wanderstrecken stehen.

Die Brunnen, oft von örtlichen Stadt- oder Wasserwerken betrieben, sollen jedoch nicht nur der Gesundheit, sondern gleichzeitig auch dem Umweltschutz dienen. 

Durch das Auffüllen von wiederverwendbaren Wasserflaschen können große Mengen Plastikmüll vermieden werden“, so Ulrike Kahl.

Eine nachhaltige Stadtentwicklung zeichnet sich jedoch ebenso durch mehr städtisches Grün aus, welches für eine Abnahme der lokalen Temperatur sorgt und Wärmeinseln mit Überhitzung gar nicht erst entstehen lässt.

Straßen und Wege sollten durch Bäume ebenso verschattet werden wie Plätze und Haltestellen.

„Gerade kleine und mittlere Kommune können sich bis zum 31. August dieses Jahres mit Projektideen zur Klimaanpassung beim Sächsischen Umweltministerium bewerben. Die Modellprojekte sollen eine Vorbildfunktion für andere Kommunen sein. Daher wäre es begrüßenswert, wenn auch Erzgebirgskommunen davon Gebrauch machen und ihre Bewerbung einreichen.“