Hat CDU-Bundestagskandidat Alexander Krauß die Freie Presse angelogen?

Donnerstag, 17. August 2017

Alexander Krauß (CDU) scheint es bei seinen Aussagen zu seiner einst mit großen Worten angekündigten „Intergationsfibel für Asylbewerber“ mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen. 

Bereits Ende 2015 kündigte er eine Integrationsfibel für Asylbewerber an, die „Regeln für Integration im Erzgebirge“ dokumentieren sollte. Diese Fibel hat er allerdings bis heute nie veröffentlicht. Am 3. August 2017 erklärte er der Freien Presse im autorisierten Kandidateninterview zur Bundestagswahl überraschend: „Die von Krauß mit angeregte Integrationsfibel für Asylbewerber „ist in Leitsätzen dem Landratsamt zugegangen“.

Landratsamt widerspricht Alexander Krauß

Die Kreisräte der Grünen stellten daraufhin eine Anfrage an das Landratsamt über Zugang und Inhalt dieser Krauß’schen Leitsätze. Am 14. August 2017 meldete sich das Landratsamtbeantwortete das Landratsamt die Anfrage offiziell und teilte mit: „Die Leitsätze zur Integrationsfibel von Herrn Landtagsabgeordneten Krauß liegen dem Landratsamt nicht vor.“  

Diese beiden widersprüchlichen Aussagen lassen sich nicht miteinander in Einklang bringen. Hat CDU-Bundestagskandidat Alexander Krauß die Freie Presse angelogen?

GRÜNEN-Bundestagskandidat Sebastian Walter fordert Aufklärung und Transparenz

Hierzu erklärt Sebastian Walter (Grüne), Bundestagskandidat im Erzgebirgskreis: „Ich verlange von Herrn Krauß umgehend eine Erklärung zu seinen Aussagen zur Integrationsfibel. Was hat Herrn Krauß wann wem zugeschickt? Welche Inhalte umfassen seine Leitsätze? Sollte Herr Krauß tatsächlich die Freie Presse angelogen haben, so sollte er sich umgehen entschuldigen. Sollte die von ihm angekündigte Integrationsfibel tatsächlich in Leitsätzen existieren, sollte es ihm zudem ein leichtes sein, diese der Öffentlichkeit unverzüglich zugänglich zu machen. Nach dem Wirrwarr in dieser Sache haben die Wähler einen Anspruch auf volle Transparenz.“