Veranstaltungsbericht: "Armut in Deutschland - Wie sicher sind unsere sozialen Sicherungssysteme?" in Zschopau
Sonntag, 7. Juni 2009

Bundestagsabgeordnete Monika Lazar

Pfarrer Johannes Roscher (li), Landtagskandidat/DGB-Gewerkschaftssekretär Hein Volkmer (2.v.r.) und Bundestagsabgeordnete Monika Lazar

Monika Lazar stellte das Modell des Grundeinkommens vor

Die Diskussionsrunde am Abend
Am Donnerstag, den 4. Juni fand in der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Zschopau eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Armut in Deutschland - Wie sicher sind unsere sozialen Sicherungssysteme?" mit Hein Volkmer, Gewerkschaftssekretär der IG Metall und der grünen Bundestagsabgeordnetenen Monika Lazar statt.
Bevor das Gespräch über Armut in Deutschland mit Hein Volkmer, IG Metall und Monika Lazar MdB begann, konnten wir von Pfarrer Johannes Roscher vor Ort etwa zwei Stunden lang Einblicke in die Projekt - und Integrationsarbeit der Einrichtung erfahren.
Das gut renovierte, großzügige Zentrum für Begegnung und Beratung KEZ www.kez-zschopau.de ist Mittelpunkt für etwa 100 Zschopauerinnen und Zschopauer die in Initiativen und Projekten Arbeit und Beschäftigung finden. Die Vielfalt der Möglichkeiten, die Pfarrer Roscher und Team geschaffen haben erstaunt: Möbeldienst, Denkmalwerkstatt, „Brotkorb“, Fahrradwerkstatt oder Anzucht und Pflanzung einheimischer Gehölze. Geleitet werden die Projekte von Fachleuten die somit eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bekamen. „Die Einrichtung ist Anlaufstelle für alle Menschen die Rat und Hilfe suchen und in fast allen Fällen auch bekommen“, betont Pfarrer Roscher. Bürokratische Hürden und der „Beantragungsdschungel“ waren wichtige Gesprächsthemen zwischen der Bundestagsabgeordneten, dem Gewerkschafter und dem „Macher“, weil Misserfolge letztlich immer diesen Instrumenten und nie dem Ideenreichtum und Einsatzwille der Menschen - die Projekte leiten oder Hilfe annehmen - geschuldet sind.
Die Diskussionsrunde am Abend wurde durch eine klare Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland von Monika Lazar und Hein Volkmer eingeleitet. Die alten gesetzlichen Reglungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Gesetze für eine soziale Sicherheit waren auf dem Prüfstand. Kernaussagen bezogen sich auf die Armut trotz Arbeit (30% der in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen tätigen Menschen beantragen zusätzlich Hartz IV) und auf die Kinderarmut. Modelle der Kindergrundsicherung oder eines Grundeinkommens für alle, wie sie Monika Lazar vorgestellt hatte werden nur dann als machbar und als Kurswechsel gesehen, wenn weiterhin flankierende Maßnahmen im Bildungs- und Sozialbereich ausgebaut werden und ein Mindestlohn endlich gesetzlich festgelegt wird. Pfarrer Roscher bezog sich auf das Jetzt und Heute indem er sagte:“ Für jeden Menschen, der mit seiner Alimentation auskommt, sollten wir dankbar sein“. Frau Klier konnte aus ihrer Arbeit im Bürgerhaus Aue und dem Erwerbslosenausschuss in Fülle von „den Mühen der Ebene“ in ihrer Sozialarbeit berichten. Z.B.: Sorgen mit der Kindertafel weil es nicht genug Spender gibt oder Probleme mit den Chancen auf Arbeit bei überbetrieblicher Ausbildung. Eine ihrer Fragen muss in die Grüne politische Arbeit auf genommen werden: „Was machen wir künftig mit den durchschnittlichen Langzeitarbeitslosen?“ Im Wahljahr sei in keinem der Parteiprogramme dieses Thema auf genommen.
Frau Volkmer fragte: „Wie stehen die Grünen zum Thema Arbeitszeitverkürzung?
Wenn bald ein Fünftel der Erdbevölkerung die Produktion der Güter für alle übernehmen kann, dürfen wir dieses Thema nicht außer Acht lassen“.
Diese Themen werden uns im Landtags- und Bundestagswahlkampf begleiten!
Ein Bericht von Steffi Zaumseil, Regionalbüro Südwestsachsen
Links:
Internetseite von Monika Lazar, MdB:





