ADFC-Fahrradklimatest: Annaberg-Buchholz zum ersten Mal dabei - Note 4,3 bedeutet bundesweit Platz 343 von 364, sachsenweit Platz 13 von 17 bewerteten Kommunen in der Kategorie mit weniger als 50.000 Einwohnern

Das Interesse am Radverkehr ist auch in Annaberg-Buchholz gewachsen. So war die Stadt 2016 das erste Mal beim Fahrradklimatest „Hat Deine Stadt ein Herz fürs Rad?“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs e.V. (ADFC) dabei. 85 Bürgerinnen und Bürger aus Annaberg haben sich an der Online-Umfrage des Fahrradclubs beteiligt und nach Schulnoten in 27 Unterkategorien die Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommune detailliert bewertet. Insgesamt erhielt Annaberg-Buchholz dabei die Note 4,3.

 

Sebastian Walter (GRÜNE), Bundestagskandidat im Erzgebirgskreis, hat sich die Ergebnisse des Fahrradklimatests für Annaberg-Buchholz genau angeschaut:

 

Sebastian Walter, Bundestagskandidat der GRÜNEN im Erzgebirge

Grüne: Annaberg-Buchholz hat 2014 bis 2016 keine Fördergelder beim Land für kommunale Radverkehrsinfrastruktur beantragt ? Staatsregierung und Stadt sollten den Radverkehr stärker unterstützen


Das Interesse am Radverkehr ist auch in Annaberg-Buchholz gewachsen. So war die Stadt 2016 das erste Mal beim Fahrradklimatest „Hat Deine Stadt ein Herz fürs Rad?“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs e.V. (ADFC) dabei. 85 Bürgerinnen und Bürger aus Annaberg haben sich an der Online-Umfrage des Fahrradclubs beteiligt und nach Schulnoten in 27 Unterkategorien die Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommune detailliert bewertet. Insgesamt erhielt Annaberg-Buchholz dabei die Note 4,3.

Sebastian Walter (GRÜNE), Bundestagskandidat im Erzgebirgskreis, hat sich die Ergebnisse des Fahrradklimatests für Annaberg-Buchholz genau angeschaut:

„Ich freue mich, dass sich immer mehr Menschen in Annaberg-Buchholz für den Radverkehr als umweltschonende Mobilitätsform interessieren. 85 Menschen, die sich am Test in Annaberg-Buchholz beteiligt haben, sprechen eine deutliche Sprache für das Thema Radverkehr. Beim letzten ADFC-Fahrradklimatest 2014 scheiterte Annaberg-Buchholz noch an der erforderlichen Mindestteilnehmerzahl von 50 ausgefüllten Fragebögen. Damals wurden nur 3 Rückmeldungen abgegeben.“ 

„Die Annaberger Ergebnisse sind ernüchternd, aber realistisch: Bis man bequem, sicher und zügig in Annaberg Radfahren kann, muss noch einiges passieren. Denn Annaberg-Buchholz errang nur den 13. Platz im sächsischen Vergleich von 17 gewerteten Kommunen in der gleichen Stadtgröße. Annaberg-Buchholz erhielt insgesamt eine Schulnotenbewertung von 4,3. Das bedeutet im bundesdeutschen Vergleich Platz 343 von 364 teilnehmenden Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern. Eine Schülerin oder ein Schüler mit einer Note 4,3 wird mit „ausreichend“ bewertet – weit entfernt von „gut“ oder auch nur „befriedigend“. Das ist für mich ein Anzeichen, dass auch in Annaberg noch Luft nach oben ist bei der Radverkehrsförderung“, so Walter.

Am besten schnitt Annaberg mit der Note 3,5 bei der Frage nach möglichen Hindernissen auf Radwegen ab. Eine 4,8 bekam Annaberg-Buchholz allerdings für die mangelnde Werbung für das Radfahren. Die Frage nach Fahrraddiebstahl wurde mit 3,6 ähnlich wie die Oberfläche der Radwege mit 3,7 benotet. Für den Radverkehr deutliche Verbesserungen zu erreichen muss das gemeinsame Ziel der Verkehrspolitik vor Ort und des Freistaates Sachsen sein. Dazu braucht es mehr Planungen für sichere Radverkehrsanlagen und Förderung des Landes. Die aktuelle Antwort von Staatsminister Dulig auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion fällt allerdings für Annaberg-Buchholz ernüchternd aus. Annaberg hat in den letzten drei Jahren zwischen 2014 und 2016 keine Fördergelder beim Land für kommunale Radverkehrsinfrastruktur beantragt“, erläutert Walter. 


Annaberg-Buchholz hat 2014 bis 2016 keine Fördergelder beim Land für kommunale Radverkehrsinfrastruktur beantragt

„Das ist eine verpasste Chance. Denn von den jährlich 8 Mio. Euro Fördermitteln sind von den Kommunen im letzten Jahr nur 20 Prozent abgerufen wurden. Hier sehe ich eine große Chance für Annaberg-Buchholz. Ich möchte die Stadtverwaltung bestärken, hier ihre Planungen für Radverkehrsinfrastruktur voranzutreiben. Das sächsische Wirtschaftsministerium muss die Kommunen dafür offensiv beraten und zu Anträgen ermutigen. Die Information, dass seit Anfang 2016 die Staatsregierung den Bau kommunaler Radwege mit bis zu 90 Prozent fördert, scheint viele kommunale Verwaltungen noch nicht erreicht zu haben. Auch an den Planungskosten beteiligt sich der Freistaat. Es ist höchste Zeit, dass das Wirtschaftsministerium endlich in einem kompakten, gut verständlichen Leitfaden planerische Hilfestellung für die Kommunen bereitstellt. Zudem sehe ich Staatsminister Dulig in der Verantwortung, die im Koalitionsvertrag 2014 versprochene Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte (AGFS) endlich zu gründen. Hier könnten sich Kommunen untereinander beraten und Fachwissen zu guten Beispielen bei der Radverkehrsförderung austauscht. Eine solche AGFS würde auch eine Chance für Annaberg-Buchholz bieten“, so Walter.

Staatsregierung und Stadt sollten den Radverkehr stärker unterstützen

„Die Staatsregierung sollte jetzt nicht mit dem Finger auf die Kommunen zeigen, die beim Fahrradklimatest schlecht abgeschnitten haben, sondern diese besser stärker unterstützen. Eine weitere Zunahme des Radverkehrs als klimafreundliche, lärmfreie und kostengünstige Verkehrsart muss dringend gefördert werden. Sichere Radwege werden dafür dringend benötigt. Innerstädtische Straßen sind immer noch Unfallschwerpunkte für Radfahrer und Radfahrerinnen im Alltagsverkehr. Im Jahr 2016 verunglückten in ganz Sachsen insgesamt 3.881 Radfahrer und Radfahrerinnen. Davon wurden 25 getötet und 837 schwer verletzt“, erklärt der Grünen-Bundestagskandidat.

Wer die Zahl der verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen senken will, muss deutlich mehr für eine sichere Infrastruktur tun. Woran es nicht nur im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV), sondern auch in Städten wie Annaberg offensichtlich fehlt, sind ausreichende Planungskapazitäten und Fachkräfte, die sich schwerpunktmäßig mit dem Radverkehr beschäftigen. Eigentlich haben trotz der gebirgigen Lage auch Städte im Erzgebirge wie Annaberg-Buchholz ein großes Radverkehrspotenzial“, so Walter abschließend.

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