Austragung des Ski-Weltcups in Dresden: Nachhaltigkeit, Vernunft und ländlicher Raum bleiben auf der Strecke

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Zur Austragung des Ski-Weltcups in den vergangenen Tagen in Dresden äußert sich Ulrike Kahl, Kreisrätin und Kreisvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgendermaßen:

 „Einen Wintersport-Weltcup in der sächsischen Landeshauptstadt durchzuführen, ist ökologisch wie ökonomisch nicht zu rechtfertigen, da es dem zwingenden Gebot der Nachhaltigkeit zuwider läuft, zumal das Sport-Event zur Hälfte mit Steuer-Geldern bezuschusst wird.“

 „Unbegreiflich ist für uns auch, dass der Freistaat eigens seine Sportförderrichtlinie geändert hat, um die private Veranstaltungsfirma aus öffentlichen Kassen zu unterstützen.“ 
„Das Erzgebirge wie auch die anderen sächsischen Mittelgebirge mit geografisch bedingten, besseren Voraussetzungen sowie ausreichend Erfahrung in der Organisation von Wintersportwettkämpfen haben somit das Nachsehen. Letztendlich heizt die Austragung des Langlauf-Weltcups in Dresden auch wieder den Konflikt zwischen Stadt und Land an. Solche Entscheidungen befördern das weitere Ausbluten des ländlichen Raumes", befürchtet die GRÜNE.

„Wenn über sechs Wochen eine Bozener „Snow-Factory“ im Dresdner Flughafengelände mit hohem Energieaufwand knapp 5 000 Kubikmeter künstliche Kristalle produziert und zusätzlich noch unser weißes Gold vom Fichtelberg nach Dresden gekarrt wird, bleiben Vernunft und Nachhaltigkeit auf der Strecke. Ein „Festtag“ für den Wintersport sieht anders aus.“ 

„Zwar bemühte sich der Skiverband, die Veranstaltung als nachhaltig zu verkaufen, jedoch sollten der Einsatz von regionalen Produkten beim Catering, Pfandsystem oder Miet- statt Kaufmöbel bei der Planung und Durchführung aller Events eine Selbstverständlichkeit sein.“  

„Auf alle Fälle werden wir uns die geforderte Umweltbilanz des Veranstalters für dieses Sportereignis ganz genau anschauen.“