Barrierefreie Bahnhöfe im Erzgebirge: GRÜNE fordern "Runden Tisch"

Volker Haese, Mitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN und zuständig für Behindertenpolitik

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzähl´n.“ sagt der Volksmund. Dass dies nicht immer etwas Positives sein muss, stellt man beim Lesen des FREIE PRESSE-Artikels „Hohndorfer muss Zugfahrt auf Bahnhof in Flöha abbrechen“ fest.

Volker Haese, Mitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN meint dazu:

"Da weisen Unternehmen und Behörden Verantwortung von sich und schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Geholfen ist damit niemand. Im Wissen, dass alles in der Welt Geld kostet und der Bahnhof in Flöha nicht von heute auf morgen saniert und hin zu größerer Barrierefreiheit umgebaut werden kann, kann man sich wenigstens um (Übergangs-) Lösungen bemühen. Die Bahn verweist zwar auf ihren Mobilitätsservice, dieser stößt wahrscheinlich unter den baulichen Missständen irgendwann ebenso an Grenzen.

Notwendiger Weise sollten sich die Deutsche Bahn, der Bund, das Land Sachsen und Kommunen an einen Runden Tisch setzen und mit Betroffenenverbänden nach Lösungen suchen. Denkbar ist zum Beispiel die Bildung eines gemeinsamen Härtefallfonds, der zunächst die dringendsten Maßnahmen an Problem-Bahnhöfen absichert. Wenn alle Verfahrensbeteiligten an einem Tisch sitzen, lassen sich auch rechtliche Hürden leichter überwinden. Die Möglichkeiten von EU-Förderungen sind zu prüfen. Bahnhöfe sind oftmals Zeugen der Zeitgeschichte, vielleicht bieten sich Finanzierungsmöglichkeiten über den Denkmalschutz. Projektbezogene Stiftungen sind weitere denkbare Alternativen.

Der Geist der UN-Behindertenrechtskonvention ist noch nicht im Bewusstsein aller Verantwortungsträger angekommen und es bedarf noch viel Überzeugungsarbeit."