Beklagenswerter Verlust von Straßen- und Obstbäumen im Erzgebirgskreis

Alleenstraße im Erzgebirge

Der ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich mit dem Tannenberger Bürgermeister Christoph Neubert bei einer Alleenpflanzung im Erzgebirge

Der Erzgebirgskreis verlor in den Jahren 2006 -2008 nach Auskunft des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit durch Fällung insgesamt 2 610 Bäume auf Bundes-, Staats- und Kreisstraßen, davon allein 761 Obstbäume.  Nur 1613 Bäume, das sind gerade 62%, bei Obstbäumen lediglich 27%,  wurden nachgepflanzt, zeigt die Datenerhebung der sächsischen Straßenbauverwaltung.

„Dabei sind die Fakten allen bekannt“, so die GRÜNE Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack. „Unsere Straßenbäume reduzieren die Feinstaubbelastung und vermindern den CO2-Ausstoß. Sie tragen zu psychischem Wohlbefinden bei und erfüllen als Sauerstofflieferanten lebenswichtige Aufgaben.“

Vor allem Obstbaumalleen besitzen einen hohen kulturhistorischen Wert in unserem Landschaftsbild. Noch Theodor Fontane bezeichnet sie als die „Grünen Haine des Reisens“. Baumlose Straßenabschnitte dagegen wirken eintönig und einschläfernd und animieren zu überhöhter Geschwindigkeit. Alleen bieten Schutz vor Witterung, spenden im Sommer Schatten und entwässern die Straßen durch ihre Feuchtigkeitsaufnahme. Zudem sind sie Lebensraum für viele Tierarten.

„Angesichts der globalen CO2- Problematik und der drohenden Klimakatastrophe ist es ein dringendes Erfordernis, durch Neupflanzungen den Baumbestand zu mehren, statt durch Fällen zu reduzieren. Der Kostenfaktor, der oft bei Neupflanzungen ins Feld geführt wird, stellt bei den enormen Kosten für Straßenbaumaßnahmen eine zu vernachlässigende Größe dar.“, so die GRÜNE Abgeordnete.