Betonbett unter Rechenhausbrücke - GRÜNE: Jüngste Baumaßnahmen zeugen von großer Respektlosigkeit gegenüber Petenten und Landtag

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

In der vergangenen Woche wurde die Mulde direkt unter der denkmalgeschützten Rechenhausbrücke mit einem dicken Betonbett versehen. Das Flusswasser wird mittels zweier Stahlrohre kanalisiert, die in den Beton eingelassen wurden.

Die GRÜNEN im Erzgebirge sind über diese jüngsten Baumaßnahmen entsetzt. "Ganz offensichtlich wird damit der Abriss des Denkmals in die Wege geleitet", so Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN. Dieses Vorgehen, möglichst schnell vollendete Tatsachen zu schaffen, zeugt von großer Respektlosigkeit gegenüber dem Landtag sowie den fast 1 700 Petenten, die sich für den Erhalt der historischen Brücke als Fußgänger- bzw. Radfahrerübergang einsetzen und noch immer auf die Bearbeitung ihrer Petition im Landtag warten". 

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bürgerinitiative in Dresden dem Landtagspräsidenten Matthias Rößler ihr Petitionsanliegen übergeben. Seither kam es im April zu einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Petitionsausschusses, des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sowie der entsprechenden Ministerien.

Während es in Antworten aus dem Wirtschaftsministerium auf verschiedene Kleine Anfragen von GRÜNEN Landtagspolitikern noch hieß, dass der Denkmalabriss erst nach Verkehrsfreigabe der neuen Brücke erfolgen soll und dabei auf September 2019 verwiesen wurde, sprach man im Juli dieses Jahres bereits von einer Beseitigung im Frühjahr 2019.

"Nunmehr scheint der Abbruch unmittelbar bevor zu stehen. Die Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Heimatfreunde, fühlen sich bewusst getäuscht. Augenscheinlich hat man es immer eiliger, das lästige Störfeuer Rechenhausbrücke aus der Welt zu schaffen", so die GRÜNE.

Erst im vergangenen Monat hatten Mitglieder der Bürgerinitiative den Verein "Freunde der Rechenhausbrücke" gegründet und satzungsverankert  ihre Bereitschaft bekundet, die Baulastträgerschaft für diese Brücke zu übernehmen. Ein fehlender künftiger Träger wurde immer als Argument seitens des LASuV bzw. des Wirtschaftsministeriums ins Feld geführt, der den Brückenabriss in deren Augen als unausweichlich darstellte.

"Für uns ergeben sich nun etliche Fragen, nicht zuletzt auch naturschutzfachlich- und wasserrechtlicher Art, die wir geklärt haben wollen", so Kahl, die auch dem neu gegründeten Verein angehört.