Breitbandausbau im Erzgebirge kommt zu langsam voran

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Die Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN, Ulrike Kahl, kritisiert, dass der Ausbau des Breitbandinternets im Erzgebirgskreis weiterhin zu langsam vorankommt.

Das ergibt sich aus neuen statistischen Zahlen über den Breitbandausbau im Erzgebirgskreis, welche die Sächsische Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsabgeordneten Petra Zais hin veröffentlicht hat. Die Landtagsfraktion der GRÜNEN fragt seit sechs Jahren regelmäßig den Stand der Breitband-Förderung im Erzgebirge bei der Staatsregierung ab.

Nur in einem Fünftel der erzgebirgischen Haushalte wird das Breitband-Ziel der Landesregierung erreicht

Aus der aktuellen Antwort der Landesregierung ergibt sich, dass das Ziel der Regierung bis 2018 alle Haushalte im Freistaat mit einer Internetgeschwindigkeit von 50 Mbit/s zu versorgen, im Erzgebirgskreis bisher gerade einmal in einem Fünftel (23,2 Prozent) der Haushalte erreicht ist.

Dazu Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN:

"Die Zahlen zeigen, dass das Erzgebirge in den kommenden Jahren beim Breitbandausbau weiterhin vor riesigen Herausforderungen steht. Die Maßnahmen der letzten Jahre reichen nicht aus, um mit den technischen Anforderungen Schritt zu halten."

Jeder zweite Haushalt surft mit weniger als 16 Mbit/s

Gemäß den nun veröffentlichten Zahlen verfügt mehr als die Hälfte der erzgebirgischen Haushalte (50,6 Prozent) bis heute nur über eine Internetgeschwindigkeit von weniger als 16 Mbit/s. In diesen Haushalten ist damit noch nicht einmal ein Drittel der für 2018 geplanten Geschwindigkeit erreicht.

Funkinternetverbindungen können langfristige Ziele nicht erfüllen

An den neuen Statistik-Zahlen für den Erzgebirgskreis wird zudem einmal mehr deutlich, dass es sich bei den Funk-Internetverbindungen (LTE-Mobilfunkstandard), die in den letzten Jahren vielerorts ausgebaut wurden, lediglich um Übergangstechnologien handelt.

Dazu Ulrike Kahl weiter:

"Jene erzgebirgischen Haushalte, die Zugang zu schnellem Internet nur über eine Mobilfunkverbindung erhalten, haben gemäß der jüngsten Erhebungen maximal eine Internetgeschwindigkeit von 16 Mbit/s. Das entspricht gerade mal einem Drittel der Geschwindigkeit, die 2018 flächendeckend verfügbar sein soll."

"Das Problem dabei ist, das wirklich schnelles Internet, wie wir es in den nächsten Jahren brauchen werden, nur über leitungsgebundene Angebote zur Verfügung stehen wird, nicht aber über solche Mobilfunklösungen. Ziel des Landkreises muss es daher sein, noch mehr Haushalte als bisher über leitungsgebundene Angebote mit schnellem Internet zu versorgen."

Kommunen mit besonders hohem Anteil an Mobilfunkversorgung

In einigen Kommunen im Erzgebirgskreis ist der Anteil von Haushalten, die lediglich über eine Mobilfunkverbindung schnelles Internet erhalten, besonders hoch. Dazu zählen Elterlein (87,8 Prozent der Haushalte ohne leitungsgebundene Versorgung); Johanngeorgenstadt (87,7 Prozent); Raschau-Markersbach (66,7 Prozent); Gelenau (64,4 Prozent); Amtsberg (44,9 Prozent); Hohndorf (35,7 Prozent); Großolbersdorf (25,7 Prozent); Oelsnitz (21, 3 Prozent); Thalheim (18,2 Prozent); Burkhardtsdorf (16,9 Prozent); Lauter-Bernsbach (12,7 Prozent).