Dauerproblem Geruchsbelästigungen im Erzgebirge: GRÜNEN-Gesundheitspolitiker ermuntert zur Meldung dieser Ereignisse

Volkmar Zschocke, Landtagsabgeordneter der Sächsischen GRÜNEN

Immer wieder beklagen Bürgerinnen und Bürger aus dem Mittleren Erzgebirge sowie auch aus dem Vogtland chemische Geruchsbelästigungen, die bei Südostwind mit Nebel oder Hochnebel besonders ausgeprägt sind. Als Begleiterscheinungen werden Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Atemwegsreizungen, Kreislaufbeschwerden, Durchfall und Schlafstörungen benannt. Als Quelle der Belastung vermuten die betroffenen Menschen die Petrochemische Industrie im Böhmischen Becken.

Dies war Anlass für Volkmar Zschocke, dem gesundheitspolitischen Sprecher der GRÜNEN im Landtag, bei der Sächsischen Staatsregierung nachzuhaken.

In seiner Antwort macht Umweltminister Thomas Schmidt klar, dass ihm sowohl Quellen als auch Verursacher der Geruchsbelästigungen nicht bekannt sind. Die tschechischen Behörden wie das Tschechische Hydrometeorologische Institut werden bei eingegangenen Beschwerden umgehend in Kenntnis gesetzt.

Nach Meinung der Staatsregierung berichten allerdings nur wenige Bürgerinnen und Bürger von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Einschätzungen des Gesundheitsamtes gehen von nicht mehr als fünf Beschwerden pro Winterhalbjahr aus. Die Meldungen über Geruchsbelästigungen dagegen sind in Markneukirchen mit 41 gemeldeten Fällen im Jahr 2018 am höchsten.

Der GRÜNE Landtagspolitiker fordert daher die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten des Erzgebirges sowie Vogtlandes auf, auftretende Gesundheitsbeschwerden bei den dafür zuständigen Gesundheitsämtern der jeweiligen Landkreise auch zu melden. Um registriert zu werden, sind sowohl telefonische als auch schriftliche Informationen möglich.

„Wohl wissend, dass viele Menschen aufgrund der seit etlichen Jahren gemachten Erfahrungen mit dieser Problematik unbefriedigt und mutlos geworden sind, möchte ich dennoch dazu ermuntern, jeden Fall zu melden. Und das gilt nicht nur für die gesundheitlichen Beschwerden, sondern auch für die Geruchsereignisse an sich. Nur auf Basis einer breiten Beteiligung und aussagekräftigen Statistik ist es letztendlich möglich, das Ausmaß der Betroffenheit zu ermitteln, Analyse zu betreiben und den nötigen politischen Druck zu erzeugen“, so der GRÜNEN-Landtagspolitiker.

Für die Meldung von Geruchsereignissen ist allerdings nicht das Gesundheitsamt, sondern das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zuständig. Dieses hat eigens dafür einen Fragebogen ins Internet gestellt, der eine umgehende Meldung der Geruchsereigenisse rund um die Uhr ermöglicht. Die eingegangenen Beschwerden werden dann einer Prüfung unterzogen und ausgewertet.