Der Blaumann wird grün. – Energietechnik sorgt für Hoffnungsschimmer auf Industriemesse – Besorgnis über Nachwuchsmangel bei Ingenieuren

Bundestagskandidat Dr. Hartmut Kahl

Zum Abschluss der fünftägigen Hannover Messe steht fest, dass alternative Energietechnologien der grüne Hoffnungsschimmer im krisengeschüttelten Industriestandort Deutschland sind.

Vor allem in den Bereichen Windkraft, Brennstoffzelle, Elektroauto und intelligente Stromnetze stellten die Unternehmen mehr als 4000 Neuheiten vor. Wie ein roter Faden zog sich das Generalthema Energieeffizienz durch die Kundengespräche an den Messeständen der rund 6000 Aussteller. Viele Hersteller berichteten, dass eine besonders hohe Energieeffizienz der Maschinen noch in den letzten Jahren kaum jemanden interessierte. Heute dagegen sei die Energieeffizienz das Verkaufsargument schlechthin geworden.     

Dr. Hartmut Kahl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), sächsischer Bundestagskandidat aus dem Erzgebirge, wertet die grüne Innovationswelle im Anlagen- und Maschinenbau als existenziell für die Branche, die in der gegenwärtigen Krise mit starken Einbrüchen bei den Aufträgen zu kämpfen hat: „Gerade jetzt zeigt sich, wie stark der zukünftige Absatz der Branche von ihren Innovationsleistungen abhängig ist. Die Märkte der Zukunft sind grün. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Entwicklung der entsprechenden Produktpalette auch in Krisenzeiten nicht zu kurz kommt.“

„Bauchschmerzen bereitet aber nach wie vor der Mangel an Ingenieuren“, sagte Kahl mit Blick auf die Nachwuchssorgen vieler Unternehmen. Vor allem in der Umwelt- und Automatisierungstechnik sowie bei den Erneuerbaren Energien würden Maschinenbauingenieure gesucht. Dabei herrsche in diesem Berufsfeld mit einer Arbeitslosenquote von 2% quasi Vollbeschäftigung. „Bis 2020 scheidet jeder zweite Ingenieur altersbedingt aus dem Berufsleben aus. Jungen Menschen mit naturwissenschaftlich-technischer Begabung kann man deshalb mit gutem Gewissen ein Ingenieursstudium empfehlen. Gerade Südsachsen hat hier mit Zwickau, Chemnitz, Freiberg und Dresden eine gut profilierte Hochschullandschaft.“

Nähere Informationen zu den Themen der Hannover Messe und einen Beschluss der grünen Bundestagsfraktion zu den Herausforderungen der Industriepolitik finden Sie hier:

  • „Ingenieure bleiben Mangelware“, FAZ Nr. 92 vom 21.04.2009, S. 12
  • „Die Elektroindustrie hofft auf das Elektroauto“, ebd.
  • „Windkraft in Deutschland wettbewerbsfähig“, FAZ Nr. 93 vom 22.04.2009, S. 18
  • „Outsorcing schadet der Produktivität“, ebd.
  • „Das Elektroauto weckt viele Begehrlichkeiten“, ebd.
  • „In der Not kommt Strom aus der Brennstoffzelle – Erste kommerzielle Anwendungen sind verfügbar“, FAZ Nr. 94 vom 23.04.2009, S. 18
  • „Innovationsfeuerwerk vor schwarzen Wolken“, FAZ Nr. 95 vom 24.04.2009, S. 20.