Erklärung des Kreisverbandes zur UNESCO-Bewerbung

Zum Artikel „Verzicht auf Welterbe-Projekt“ in der „Freien Presse“ vom 30. Mai 2007 erklärt der Kreisverband Aue-Schwarzenberg von Bündnis90/Die Grünen Folgendes:

Dem Landtagsabgeordneten Alexander Krauß von der CDU scheint jegliches Gespür für taktvolles Agieren abhanden gekommen zu sein. In einer solchen Weise die Arbeit des Vereins „Montanregion Erzgebirge“ zu diskreditieren, macht uns fassungslos.

Erst recht, wenn man weiß, dass Herr Krauß obendrein Vorsitzender des Tourismusvereins „Silberstraße“ ist

Wir erinnern uns: Unter der wissenschaftlich-fachlichen Begleitung des allseits anerkannten Professor Albrecht gründete sich der Förderverein, der zunächst Machbarkeitsstudien erarbeiten soll, ob eine Bewerbung der Montanregion Erzgebirge realistisch umsetzbar ist und Erfolg verspricht. Wohl niemand bestreitet, dass das Erzgebirge wertvolle kulturhistorische Schätze und bauliche Denkmäler aufzuweisen hat. Unsere vorherigen Generationen haben uns die Verantwortung übertragen, diese Schätze zu pflegen bzw. zu erhalten. Die Bewerbung bei der UNESCO ist in diesem Kontext zu begreifen und kann als ein Beitrag zur Verdeutlichung und Wertsteigerung gelten.

Einem Verein mit einer solchen fachlichen Reputation ein „Begräbnis erster Klasse“ zu wünschen, zeugt von Zynismus und, mit Verlaub, von unerträglicher Dummheit.

Ohne aktuellen Anlass, mitten im Prozess der Machbarkeitsüberprüfung, kommt Herr Krauß also zu dem Schluss, dass das Erzgebirge im Falle des Erhalts des Welterbetitels gleich einen Industrie- und Investitionsbremsklotz mitgeliefert bekommt.

Irgendwie erinnert uns diese „Käseglocken“ – Debatte an ähnliche Diskussionen und bewusste Fehlinformationskampagnen der CDU in den 90iger Jahren, als es um die Gründung des Naturparks Erzgebirge/Vogtland ging. Nebenbei sei festgestellt, dass das Naturpark-Logo heute auf so manchem städtischem Briefkopf prangt, der touristische Wert wird also doch anerkannt. An Hemmnisse durch den Naturpark glauben inzwischen nur noch kompromiss-unfähige Zeitgenossen.

Ähnlich verhält es sich bei der Montanregion. Es wird vorschnell geurteilt und fehlinformiert.

Wir wünschen Herrn Professor Albrecht und seinen Mitstreitern die Weisheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Gelassenheit, sich von unqualifizierten Meinungsäußerungen nicht beeinflussen zu lassen.

Manche Journalisten sollten sich allerdings auch einmal fragen, ob sie sich wirklich als Handlanger profilierungssüchtiger Jungpolitiker aus der CDU missbrauchen lassen wollen, die nicht zum ersten Mal durch Respektlosigkeiten auffallen.