Erzgebirgische GRÜNE fordern Aufwertung des Ehrenamtes durch geeignete Maßnahmen und wirkungsvolle Instrumente

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN


Auf ihrer Mitgliederversammlung am 22. Oktober in Schlettau beschlossen die GRÜNEN in einem Antrag, sich für die Aufwertung des Ehrenamtes im Kreisgebiet einzusetzen.

So soll die Sächsische Ehrenamtskarte mit Leben erfüllt werden. Die Qualität eines Gemeinwesens spiegelt sich in der Wahrnehmung von politischer und sozialer, von ökologischer und kultureller Verantwortung seiner Menschen wieder. Das Funktionieren einer lebendigen Bürgergesellschaft ist ohne das Engagement Ehrenamtlicher nicht vorstellbar.


Auch im Erzgebirgskreis gibt es viele Menschen, die in ihrer Freizeit Gemeinsinn beweisen: ob als Flüchtlings- oder Naturschutzhelfer, ob in der ehrenamtlichen Denkmals- und Brauchtumspflege, ob im Sport oder bei Wohlfahrtsverbänden.
 
"Gerade unsere gegenwärtig bewegte Zeit ist aufgrund der Flüchtlingssituation durch ein außerordentlich hohes, oft aufopferungsvolles Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger gekennzeichnet. Es werden Patenschaften für Asylsuchende übernommen, Sprachunterricht erteilt und den Neuankömmlingen in vielfältiger Weise Unterstützung und Hilfe beim Einleben gewährt. Dabei stoßen die Helfer mitunter sogar noch auf Anfeindungen und Unverständnis seitens der Einheimischen und müssen sich für ihre Arbeit rechtfertigen.
In unseren Kommunen werden damit jedoch unschätzbare Leistungen im Ehrenamt erbracht, die der Staat andernfalls selbst erbringen müsste, seine Kräfte jedoch maßgeblich übersteigen. Das Funktionieren unserer Gesellschaft ist demnach ohne freiwilliges, unbezahltes Wirken zahlloser Menschen nicht vorstellbar."
 
"Vor diesem Hintergrund fordern wir GRÜNEN, dass ehrenamtliches Engagement im Kreisgebiet eine deutlich spürbare Würdigung und Aufwertung erfahren muss", so Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der erzgebirgischen GRÜNEN.
 
Ein Instrument zur Anerkennung und Wertschätzung von bürgerschaftlichem Engagement ist die im Jahr 2010 vom Freistaat ins Leben gerufene Sächsische Ehrenamtskarte. Dort haben alle Kommunen die Möglichkeit, sich als Kooperationspartner an diesem Projekt zu beteiligen.
Im Erzgebirgskreis tun dies bis zum jetzigen Zeitpunkt lediglich die Städte Stollberg und Scheibenberg, die den Karteninhabern wenige Vergünstigungen in ausgewählten kommunalen Einrichtungen anbieten.
 
Ihren eigentlichen Zweck erfüllt nach Auffassung der GRÜNEN die Ehrenamtskarte jedoch nur, wenn sich zahlreiche Kooperationspartner mit entsprechenden Angeboten beteiligen. Deshalb wollen wir sowohl in den Kommunen wie auch im Landkreis darauf hinwirken, dieses Instrument im Sinne der vielen bürgerschaftlich Engagierten zu erweitern und mit Leben zu erfüllen. Die Leistungen der Ehrenamtskarte können dabei auch in Verhandlungen mit privaten Unternehmen und Anbietern erreicht und auf diese Weise durch zusätzliche Angebote erweitert werden.
 
Darüber hinaus erachten es die erzgebirgischen GRÜNEN für erforderlich, dass den ehrenamtlich Tätigen neben einer unkomplizierten und ausreichenden Aufwandsentschädigung auch hochwertige und kostenlose Bildungsangebote zu Verfügung stehen müssen.
 
"Nur so können noch mehr Bürger gewonnen sowie Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für die dringend notwendige Ehrenamtsarbeit gesendet werden", so Kahl weiter.