Erzgebirgische GRÜNE: "Zuwanderung im Erzgebirge als Chance und Aufgabe begreifen"

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN im Erzgebirge

Im Rahmen ihrer letzten Kreismitgliederversammlung erarbeiteten die erzgebirgischen GRÜNEN ein Positionspapier, in welchem sie darlegen, dass das Erzgebirge die Chance, die sich durch die momentane Zuwanderung ergibt, nutzen sollte, um seine Zukunftsfähigkeit zu sichern.

"Leider verlässt eine große Anzahl von Asylbewerbern, die ein Bleiberecht erhalten haben, unsere Region wieder, um vorzugsweise in Großstädte des Altbundesgebietes zu ziehen. Doch gerade unser Landkreis, der bis zum Jahre 2030 nach jüngsten Schätzungen wieder 60 000 Einwohner verliert, wird seine gesamte Infrastruktur nur erhalten können, wenn wir jungen Migranten die Möglichkeit geben, hier heimisch zu werden", so Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN.

"Doch dafür ist es von essentieller Bedeutung, dass wir eine besonders aktive Integrationspolitik betreiben. Die Entwicklung einer Willkommens- und Anerkennungskultur wird mit entscheidend dafür sein,  wie viele anerkannte Asylbewerber sich ein Leben in unserer Region dauerhaft vorstellen können. Dabei kann gerade der ländliche Raum mit seiner Überschaubarkeit, seinem verfügbaren Wohnraum und seiner Sozialisierung eine gute Grundlage für eine gelingende Integration im Gegensatz zur anonymen Großstadt bieten."

Bisher haben Landkreis und Kommunen noch sehr wenig dafür getan, um diese NeubürgerInnen in der Region zu halten. Aber auch auf unsere klein- und mittelständische Wirtschaft, die dringend auf Fachkräfte angewiesen ist sowie allen anderen gesellschaftlichen Akteuren kommt dabei eine bedeutende Rolle zu.

"Es muss uns im Landkreis gelingen,  neue Strukturen, Netzwerke und Bildungsangebote zu schaffen sowie speziell auf Migranten zugeschnittene Angebote zu erproben und zu erschließen. Ergreifen wir diese einmalige Chance nicht, werden wir die Folgen von Überalterung und massivem Bevölkerungsschwund kaum mehr abfedern können", befürchtet Kahl.

Die GRÜNEN formulieren in ihrem Papier zudem sieben Forderungen, die für eine gelingende Integration unerlässlich sind.