Erzgebirgs-GRÜNE fordern Distanzierung der CDU von homosexuellenfeindlichen Äußerungen des CDU-Kreisrates Thomas Schneider

Volker Haese, Kreisvorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

Der Kreisverband Erzgebirge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verurteilt entschieden die Äußerungen von CDU-Kreisrat Thomas Schneider auf seiner Internetseite, in welchen er die Stadträtin Cordula Drechsler aus Bad Lausick in Hinblick auf ihre schwulenfeindlichen Äußerungen gegenüber dem Parlamentarischen Geschäftsführer der GRÜNEN-Bundestagsfraktion, Volker Beck, in Schutz nimmt.

Die Hassmail der Stadträtin gegen den GRÜNEN-Bundespolitiker, der sich seit Jahren sowohl für die Rechte von Homosexuellen als auch von verfolgten Christen engagiert, hatte vor Ostern bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und führte zur deutlichen Distanzierung seitens der Sächsischen FDP von ihrer Stadträtin.

Auf seiner Internetseite zeigt nun der CDU-Kreisrat Thomas Schneider aus Breitenbrunn Sympathie für die Äußerungen Drechslers und führt unter anderem aus:

"Beck misst 'Menschenhass' mit zweierlei Maß. Als 'menschenrechtspolitischer Sprecher' der Grünen spricht er nicht für Menschenrechte, sondern proklamiert ein modernes diktatorisches Gedankengut. Nur derjenige, der sich Beck`s Ideologie zur sexuellen Orientierung unterordnet, wird gesellschaftstauglich. Wer sich nicht fügt, wird mit allen Mitteln bekämpft. Doch die eine Freiheit, seinen Glauben ohne Zwang wechseln zu können, schließt die andere Freiheit nicht aus, dass ein ver(w)irrter Mensch seinem homo-, bi-, trans- oder pansexuellen Lebensstil den Rücken kehrt und zur schöpfungsgemäßen Ordnung zurückfindet.

Die dritte Diktatur im Anmarsch

In Deutschland gab es bereits zwei Diktaturen. Die Dritte ist im Anmarsch. Auch sie will einen neuen Menschen schaffen. Doch auch sie wird scheitern! Mag die sächsische Stadträtin mit ihrer Verbalattacke über's Ziel hinausgeschossen sein. Mit einem Satz hat sie völlig Recht: 'Leute wie Sie Herr Beck braucht das deutsche Wählervolk beim besten Willen nicht'." 

Dazu Volker Haese, Kreisvorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN: "Herr Schneider versucht Volker Beck, der durch das Hass-Schreiben der Stadträtin nicht zum ersten Mal Opfer schwulenfeindlicher Tiraden wurde, zum Täter zu machen, wenn er meint, mit "Beck`s Ideologie zur sexuellen Orientierung" sei eine "dritte Diktatur im Anmarsch". Er fordert gar Toleranz für seine Intoleranz gegenüber Homosexuellen ein, verkennt dabei aber, dass Toleranz dort endet, wo Intoleranz anfängt. Seine Vorbehalte gegen "verwirrte" Menschen mit anderer sexueller Identität entspringen einer Ideologie der Ungleichwertigkeit und damit dem Gegenteil eines christlichen Menschenbilds."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge zeigen sich besorgt darüber, dass es in der CDU, einer Partei, die sich auf das christliche Menschenbild beruft, derart menschen- und minderheitenfeindliches Gedankengut gibt. Aus Sicht der GRÜNEN sind solche Äußerungen völlig inakzeptabel.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge fordern daher eine öffentliche Distanzierung seitens des CDU-Kreisvorsitzenden und Landrats Frank Vogel von diesen Äußerungen. Er muss klarstellen, dass Hetze gegen Minderheiten in seiner Partei und im Erzgebirgskreis keinen Platz hat.

Zudem befürchten die Erzgebirgs-GRÜNEN, dass der CDU-Kreisrat mit seinen Äußerungen, die man so bisher nur von Rechtsradikalen kannte, den Imageverlust verfestigt, den das Erzgebirge in den letzten Monaten bereits aufgrund der Geschehnisse und Personen um die rechten Terrorhelfer erlitten hat.

 

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