Erzgebirgs-GRÜNE für umweltgerechten und differenzierten Winterdienst

Streusalz beschädigt dauerhaft die Wurzelzonen

Die häufigen Schneefälle und eisigen Temperaturen in den zurückliegenden Wochen und Monaten veranlassen die GRÜNEN im Erzgebirgskreis, mit der Bitte an Kommunen, Straßenbehörden und Bevölkerung im Kreis heranzutreten, aus ökologischen und ökonomischen Gründen den Einsatz von Streusalz zu überdenken.

Leider ist immer wieder zu beobachten, dass am häufigsten Salz zum Beräumen der Fußwege eingesetzt wird, obwohl es bereits etliche kommunale Satzungen verbieten. Hinzu kommt der ebenfalls kritisch zu beurteilende, tonnenschwere Einsatz von Auftausalzen für den Straßenwinterdienst. In Sachsen wurden in der Wintersaison 2009/2010 nach Bundesangaben fast 79.000 Tonnen verbraucht.

Verständlich ist zwar das Sicherheitsbedürfnis von Grundbesitzern, Anwohnern und  Verkehrsteilnehmern, jedoch bleibt der Einsatz von Streusalz nicht ohne Folgen für Mensch und Natur. Es entstehen erhebliche Schäden an den Gehölzen im Straßenbereich, die das Tausalz aufnehmen und es in ihren Blättern anreichern., so dass mit Salz belastete Bäume langsamer wachsen, nur sehr kleine Blätter ausbilden oder diese gar absterben. Im Boden verdrängen die Salze wichtige Pflanzennährstoffe und verkrusten die Bodenstruktur, so dass die Wurzelzonen dauerhaft geschädigt werden. Der schleichende Tod vieler Straßenbäume ist daher vorprogrammiert.

Zusätzlich muss auf  die Versalzung der Abwässer in den Kläranlagen und schließlich in den Flüssen hingewiesen werden. Ferner führt Streusalz zu Entzündungen an Pfoten und Augen bei Haustieren und kann über Spritzwasser und Nebeltröpfen bis in die Lungen gelangen. Es beschleunigt die Korrosion an Fahrzeugen und ingenieurtechnischen Bauwerken, führt zu Fahrbahnschädigungen und verkürzt die Lebensdauer von Schuhen und Kleidungsstücken.

Darüber hinaus belastet der Einsatz von bundesweit ca. 2 Mio. gestreuten Tonnen Salz pro Wintersaison mit bis zu 112 Mio. Euro die öffentlichen Haushalte. Hinzu kommen die Kosten für Fällung und Nachpflanzung von geschädigten Bäumen und die Sanierung der Straßenschäden.

Aus diesem Grund plädieren die Erzgebirgs-GRÜNEN für einen umweltgerechten, differenzierten Winterdienst, der in erster Linie auf intensive und zügige mechanische Beräumung setzt. Lediglich an gefährlichen Straßenabschnitten wie starken Steigungen und  stark frequentierten Kreuzungen sollte in Ausnahmefällen Auftausalz, in der Regel jedoch abstumpfende Mittel wie Sand, Split oder Granulat Verwendung finden.

Ferner sollte man bedenken, dass aus oben genannten Gründen andere europäische Staaten mit einem noch höherem Schneeaufkommen wie beispielsweise Österreich und Finnland nur auf wenigen Strecken ganz begrenzt Streusalz zum Einsatz bringen und stattdessen auf angepasste Fahrweise und Winterausrüstung der Verkehrsteilnehmer setzen.