Erzgebirgs-GRÜNE legen Positionspapier für lebendige Innenstädte vor

Uwe Kaettniß, Mitglied im Kreisvorstand der Erzgebirgs-GRÜNEN

Der Kreisvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge hat in dieser Woche ein Positionspapier zur Innenstadtentwicklung im Erzgebirge verabschiedet. Das Papier, das unter dem Titel "Für lebendige Innenstädte in unserer Heimat" steht, nimmt eine Bestandsaufnahme des Innenstadtlebens in den Städten des Erzgebirgskreises vor und zeigt aus Sicht der GRÜNEN bestehende Handlungsoptionen auf.

Dazu Uwe Kaettniß, Kreisvorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN:

"Beim Thema Innenstadtbelebung besteht ein enormer Handlungsbedarf. In der Schwarzenberger Altstadt steht mittlerweile fast jedes dritte Geschäft leer. In Aue wiederum werden stadtbildprägende Baudenkmale abgerissen, ohne mit der Wimper zu zucken. Auf immer weniger Marktplätzen gibt es noch eine richtige Wochenmarktkultur. Die Einzelhändler klagen über eine zu geringe Frequentierung und fehlende Kaufkraft. Die Gastronomie ist geprägt durch Schließungen und häufige Betreiberwechsel."

In ihrem Papier kritisieren die GRÜNEN, dass einige der Fehler bereits durch die Stadtentwicklungspolitik in den Neunziger Jahren verursacht worden seien. Dazu Uwe Kaettniß weiter: "Damals wurden die Käuferströme weg vom Einzelhandel der Innenstädte hin zu neugeschaffenen Einkaufszentren in der Peripherie gelenkt. Diesem Verdrängungswettbewerb können nicht alle Einzelhändler auf Dauer standhalten." 

Die Erzgebirgs-GRÜNEN fordern daher aktive Wiederbelebungsmaßnahmen für die Innenstädte der Region und haben mit ihrem Positionspapier zwölf Punkte als Anregungen zum Handeln in die Diskussion eingebracht. So fordern sie unter anderem die Innenstädte wieder als attraktive Wohnquartiere zu entwickeln, die Wochenmarktkultur zu stärken und für ein vielfältiges Einzelhandelsangebot zu sorgen. Um die Frequentierung der Innenstädte zu sichern, sind aus Sicht der GRÜNEN eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ebenso wie kostenfreie Autoparkplätze im Zentrum erforderlich. Zudem bräuchten die Innenstädte mehr "Frequenzbringer" wie Bürgerservicestellen, Postagenturen, Banken und Ärzte. In der Vermietung ihrer kommunalen Immobilien dürften die Städte auch vor innovativen Mietpreisstrukturen nicht zurückschrecken. Erforderlich sei ebenso ein professionelles und einheitliches Standortmarketing der Kommunen zusammen mit den Einzelhändlern. Dabei seien auch bei Touristen bekannte Prädikate in Erwägung zu ziehen.