Erzgebirgs-GRÜNE lehnen Stadionpläne ab - Massive Kritik an Landrat Vogel wegen Aufsichtsratsvorsitz

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Michael Weichert, Landratskandidat für den Erzgebirgskreis

Der Kreisverband Erzgebirge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat auf seiner Mitgliederversammlung am Freitag, den 8. Mai 2015, in Rübenau beschlossen, dass er die Neubaupläne für das Sparkassenerzgebirgsstation in Aue mit einem Kostenvolumen von möglicherweise mehr als 20 Millionen Euro ablehnt.

Die Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN, Ulrike Kahl, erläutert den Beschluss wie folgt:

"Um das Stadion wieder in einen soliden Zustand zu versetzen, müssten allenfalls 10 Mio. Euro investiert werden. Darüber kann man sich verständigen, vor allem, wenn sich der Verein angemessen beteiligt. Auf Kreisebene stehen mittlerweile aber Bauentscheidungen mit einem Volumen von mehr als 20 Mio. Euro an. Hierbei handelt es sich um Aufwendungen, die über das erforderliche Maß hinausgehen und die sich der Landkreis nicht leisten kann.

Wenn die Investitionen in das Stadion so vollzogen werden, wie geplant, steht zu erwarten, dass die Finanzen des Landkreises mittelfristig in eine massive Schieflage geraten. Dann wird der Landkreis die Kosten über eine Erhöhung der Kreisumlage refinanzieren und sich damit das Geld bei allen Gemeinden im Kreis zurückholen. Dies gilt es zu vermeiden."

Michael Weichert kritisiert Interessenkonflikt bei Landrat Vogel

Auch der Landratskandidat der GRÜNEN, Michael Weichert, begrüßte den Beschluss. Er kritisiert besonders die Rolle von Frank Vogel im Planungsverfahren:

"Was Frank Vogel derzeit macht, ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Es ist ein Unding, dass der Landrat zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des FCE ist und sich deshalb beim Stadion für befangen erklärt. Er lädt die gesamte politische Verantwortung für das Stadion bei seinem Beigeordneten Stark ab. Wenn Frank Vogel das Stadion will, dann soll er dafür auch den Kopf hinhalten.

Ich fordere Frank Vogel auf, sich hier endlich zu entscheiden: Will er Aufsichtsratsvorsitzender des FCE sein oder Landrat. Beides geht nicht. Hier gibt es eine massive Interessenkollision."