Erzgebirgs-GRÜNE: „Schwarz-Gelb torpediert Welterbe-Bewerbung“

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge zeigen sich erschrocken über die Entscheidung der sächsischen Staatsregierung, Tschechien vorerst nicht in das Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“ einzuladen. Behält die Regierung ihre Entscheidung aufrecht, wäre es unmöglich, die Bewerbung als bilaterales Projekt bei der UNESCO einzureichen.

Dazu Heiko Reinhold, Vorstandssprecher der GRÜNEN im Erzgebirge:

„Tschechien nicht zu beteiligen, hätte nicht nur Auswirkungen auf die Chancen der Bewerbung selbst, sondern wäre auch ein diplomatischer Affront gegenüber unseren unmittelbaren Nachbarn jenseits der Grenze.

Durch die Torpedierung der Bewerbung verspielt die Staatsregierung hier in der Region gerade massiv Vertrauen. Und das nicht nur bei den tausenden Arbeitnehmern, die von der Tourismusbranche abhängig sind, sondern auch bei den zahlreichen Befürwortern des Projekts in den beteiligten Kommunen und Bergbauvereinen. Das Erzgebirge will die Bewerbung, das hat zuletzt die Marienberger Welterbekonferenz vor zwei Wochen gezeigt.

Wir fordern die erzgebirgischen Landtagsabgeordneten von CDU und FDP sowie die Landesregierung auf, ihren Widerstand endlich aufzugeben.

Die Welterbe-Bewerbung ist für die Region eine einmalige Chance, sich weltweit bekannter zu machen und den Wirtschaftsfaktor Tourismus im Erzgebirge weiter zu stärken. Was wir jetzt nicht brauchen können, ist eine Verzögerungs- und Hinhaltetaktik von Union und FDP in Dresden.“

Die sächsischen GRÜNEN hatten sich erst vor knapp drei Wochen auf ihrem Landesparteitag in Dresden mit der Bewerbung des Erzgebirges als UNESCO-Weltkulturerbe befasst. In ihrem Beschluss forderten sie von der Regierung, sich endlich zu einer kraftvollen Bewerbung für den Welterbe-Titel zu bekennen und dies durch ein entschiedeneres Handeln auf allen politischen Ebenen deutlich zu machen. Dass sich die Staatsregierung stattdessen für das genaue Gegenteil entschieden hat, ist aus Sicht der GRÜNEN frustrierend und ernüchternd zugleich.