Erzgebirgskreis bei ZDF-Deutschlandstudie auf vorletztem Platz sachsenweit - GRÜNE: Nachholbedarf auf vielen Gebieten

Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN im Erzgebirge

Das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos hat im Auftrag des ZDF zahlreiche Daten in den Themenbereichen Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Sicherheit, Freizeit und Natur in allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten erhoben und miteinander vergleichen. Als ernüchterndes Ergebnis zu festzustellen, dass der Erzgebirgskreis dabei sachsenweit den vorletzten Platz (vor dem Landkreis Zwickau) im Gesamtranking unter den zehn Landkreisen einnimmt. 

„Bei detaillierter Betrachtung fällt auf, dass bei uns die jährliche Kaufkraft mit über 4000,- € pro Kopf unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Im sachsenweiten Vergleich sticht u. a. ins Auge, dass im Kreisgebiet die allerwenigsten Frauen kommunalpolitische Mandate in Kreistagen, Stadt- und Gemeindevertretungen inne haben. Das wirft ein trübes Licht auf Geschlechtergerechtigkeit und weibliche, gesellschaftliche Teilhabe und muss sich dringend ändern. Im nächsten Jahr besteht dazu die Möglichkeit. Frauen können und sollten sich zu den im Mai 2019 stattfindenden Kommunalwahlen aufstellen lassen und von den Wählerinnen und Wählern dann natürlich auch mit dem entsprechenden Vertrauen bedacht werden“, so Ulrike Kahl, Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

„Besonders erschreckend, aber nicht neu ist die negative Bevölkerungsdynamik. Der Wert von - 5,9 weist auf die fortschreitende Ausblutung der Bevölkerung unseres Kreises hin und wird in Sachsen nur vom Landkreis Görlitz noch getoppt. Das heißt, wir müssen in vielen Bereichen für Familien, junge Leute, aber auch für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund attraktiver werden. Die Studie führt vor Augen, dass wir einen generellen Nachholbedarf in puncto Lebensqualität haben. Dazu gehören neben wohnortnahen guten Schulen, Krankenhäusern und Arztpraxen auch faire Löhne und schnelles Internet sowie ein qualitativ dichtes Bahn- und Busnetz. Auch dem Schutz unserer Natur- und Kulturlandschaft muss höhere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Denn auch im Ranking des Bereiches Freizeit und Natur belegt der Landkreis in Sachsen einen Schlusslichtplatz. Angemerkt sei an diesem Punkt, dass es mit der Luftqualität lt. Studie im Erzgebirgskreis nicht zum Besten steht. Die Feinstaub-Jahresmittelwerte wie auch die Stickstoffdioxidbelastung sind verglichen mit anderen Regionen Deutschlands hoch. Wir müssen in allen Kommunen, aber auch im Kreistag, eine Generaldebatte zur Lebensqualität führen. Dann entscheiden sich vermutlich auch wieder mehr Menschen dafür, den Erzgebirgskreis zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen, gesellschaftliche Offenheit und Toleranz vorausgesetzt“, so die GRÜNE.

Alle Daten für den Erzgebirgskreis abrufbar unter https://deutschland-studie.zdf.de/district/14522)