"Gelber Punkt" ist Bremse der Recyclingpolitik

Heiko Reinhold, Vorstandssprecher der Erzgebirgs-GRÜNEN

Zu den andauernden Beschwerden über die Qualität der "Gelben Säcke" erklärt Heiko Reinhold, Vorstandssprecher des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Die Kritik an der ungenügenden Handhabbarkeit der Gelben Säcke besteht zu Recht und ist leicht nachzuvollziehen. Aber auch die Rahmenbedingungen sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden. Dabei müssen grundsätzliche Fragen aufgeworfen werden:

Bevor vor über 20 Jahren der "Grüne Punkt" eingeführt wurde, wurde noch von beabsichtigter "Verpackungsvermeidung" geredet. Doch statt um Abfallvermeidung, Mehrwegsysteme und umfassendes Recycling geht es schon lange viel mehr um Lizenzgebühren, die das Duale System Deutschland (DSD) als Quasi-Monopolist einnimmt.

Einst als Non-Profit-Unternehmen gegründet, ist es jetzt in der Hand einer Investorengruppe und damit auf Gewinn ausgerichtet. Wir leisten uns also mit dem Grünen Punkt ein teures System zur Sammlung von Verpackungsabfällen, das aber weder Einsparung noch Wiederverwendbarkeit belohnt. Unter dem Begriff der "Kreislaufwirtschaft" ist die Entsorgung von Abfall zu einem einträglichen Geschäft geworden, Einsparung und Wiederverwendung dagegen leider nicht. DSD und der Grüne Punkt haben seit ihrer Einführung erheblich dazu beigetragen, dass der Niedergang regionaler Verpackungs- und Entsorgungskreisläufe beschleunigt wurde, die keinen Grünen Punkt trugen. Dem Konzentrationsprozess im Handel wurde Vorschub geleistet und das Konstrukt der Verpackungsverordnung erwies sich als mittelstandsfeindliches Instrument. Der "Grüne Punkt" ist inzwischen längst zur Bremse einer ökologischen Weiterentwicklung der Ressourcen- und Abfallpolitik geworden.

Fazit: Bei "Grünem Punkt" und "Gelben Säcken" sehe ich schwarz.