Gemeinschaftsschule Zschopau vor dem Aus! Was nun, Herr Minister?

Heiko Reinhold, Sprecher der Erzgebirgsgrünen

Der erzgebirgische Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisiert das Aus für die Gemeinschaftsschulen in Sachsen aufs Schärfste und fordert nun vom Kultusminister verbindliche Aussagen zum Erhalt des Schulstandorts in Zschopau. Nach Berichten der FREIEN PRESSE (6.11.) sollen im kommenden Schuljahr zum letzten Mal neue Jahrgänge an dieser Gemeinschaftsschule aufgenommen werden. Besonders bemerkenswert in negativer Hinsicht im Fall Zschopau ist, dass der dortige Modellversuch erst in diesem Jahr genehmigt wurde.

"Die Leitlinie des Kultusministeriums enthält die Möglichkeit zur Weiterführung von Gemeinschaftsschulen, wenn diese erfolgreich arbeiten. Wenn Kultusminister Wöller jetzt das Aus verkündet, ohne die Arbeit der Gemeinschaftsschulen vorher ausgewertet zu haben, bricht er seine eigenen Vorgaben", erläutert Heiko Reinhold, Vorstandssprecher der erzgebirgischen GRÜNEN. "Zudem verstrickt sich der Staatsminister in Widersprüche. Einerseits hält er die Gemeinschaftsschulen für überflüssig, andererseits sollen sie mit ihren 'pädagogisch wertvollen Erfahrungen' als 'Konsultations-Schulen' für das Oberschulmodell dienen. Was denn nun, Herr Wöller? Ich glaube, mit dieser Eierei stößt der Minister selbst die Befürworter der Gemeinschaftsschule in der eigenen CDU-Fraktion vor den Kopf", mutmaßt Reinhold. 

"Bezeichnend ist, dass Gemeinschaftsschulen ausgerechnet in den Bundesländern fallen, wo die FDP mit in der Koalition sitzt. FDP-Fraktionschef Holger Zastrow hatte noch vor der Wahl laut in den Medien (FREIE PRESSE) getönt, die Koalition an dem Punkt des längeren gemeinsamen Lernens scheitern zu lassen. Nun scheitert das längere gemeinsame Lernen am fehlenden Widerstand der FDP. Soviel zum FDP-Wahlkampfschlager 'Wort halten!' ", so der GRÜNE abschließend.