Geplantes Gewerbegebiet Zschorlau: Weißstörche gesichtet

Ein Weißstorch auf dem Gelände des geplantes Gewerbegebiets Zschorlau West II

Seit mehreren Wochen sieht man die Weißstörche auf dem Offenlandbiotop

In der Gemeindeverwaltung in Zschorlau liegen bis zum 30. Juli 2010 die erneut geänderten Planungsunterlagen für das Gewebegebiet Zschorlau West II zur öffentlichen Einsicht aus.

Dies war erforderlich geworden, da im letzten Auslegungsverfahren Träger öffentlicher Belange und Bürger ihre Einwände und Bedenken sowohl aus ökologischer wie aus ökonomischer Sicht geltend gemacht hatten. Dennoch hält sowohl die Gemeinde als auch das beauftragte Planungsbüro am ursprünglich geplanten Gewerbegebiet auf dem Offenlandbiotop fest.

Seit ein paar Wochen nun gesellt sich genau auf der Planungsfläche zwischen der Schneeberger Jägerkaserne und der Gemeinde Zschorlau zu den bisher von Ornithologen ermittelten über 70 Vogelarten auch noch ein Weißstorchenpaar dazu. 

Weißstörche sind in unserem Mittelgebirge sehr selten zufinden und auch sonst vom Aussterben bedroht. Erst am 9. Juli startete der NABU anlässlich des Jahres der Biodiversität seine jüngste Kampagne "Fast weg..."  und macht seitdem mit Großplakaten und Videoboards auf den Rückgang der Artenvielfalt in Deutschland aufmerksam. Zu den drei Kampagnetieren zählt u. a. auch der Weißstorch, denn gerade er steht exemplarisch für Tierarten, die "Fast weg..." sind - denn mit nur noch 4.200 Paaren in Deutschland, nicht einmal mehr die Hälfte des Bestandes von 1934, ist das Wappentier des NABU vor allem durch Zerstörung seiner Lebensräume vom Aussterben bedroht.

Die GRÜNEN im Erzgebirge jedenfalls kämpfen weiterhin gemeinsam mit der Bürgerinitiative und den Umweltverbänden gegen die Zerstörung des größten Offenlandbiotops im Erzgebirge. Zuletzt im Frühjahr haben sie sich in einem gemeinsamen Protestbrief an alle Haushalte direkt an die Bürgerinnen und Bürger von Zschorlau gewandt.