Gesundheitstour der GRÜNEN-Bundestagsfraktion zu Gast in Schwarzenberg

Dr. Harald Terpe im Ärztehaus Heide in Schwarzenberg im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Heindrun Hiemer und Zahnarzt Klaus-Peter Günther

Prof. Dr. Klingelhöfer ermöglichte den Gästen eine umfassende Besichtigung des Chemnitzer Klinikums

Annekathrin Giegengack und Dr. Harald Terpe kamen auch auf der neuen Palliativstation mit dem Personal ins Gespräch

Das hochrangig besetzte Podium zur Abendveranstaltung "Gut verarztet, gut gepflegt"

Am Donnerstag, den 23.06.2011, machte die GRÜNE-Bundestagsfraktion mit ihrer Tour "GRÜN macht gesünder" auch in Sachsen Station. Gemeinsam mit Annekathrin Giegengack, der gesundheitspolitischen Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, war Dr. Harald Terpe in Schwarzenberg und Chemnitz unterwegs.

Besuch des Ärztehauses in Schwarzenberg

Zunächst hatten die GRÜNEN Politiker zu einem Gespräch ins Ärztehaus Heide in Schwarzenberg geladen. Neben der Oberbürgermeisterin Frau Hiemer und dem Vermieter des Ärztehauses, dem Geschäftsführer der Schwarzenberger Wohnungsgesellschaft Herr Matthe, waren auch die verbliebenen Mietparteien des Hauses anwesend, so der ansässige Zahnarzt, der Apotheker und die Psychiotherapeutin. Ferner nahmen VertreterInnen der Stadtratsfraktionen das Gesprächsangebot wahr.

Das Ärztehaus in Heide war eigentlich als Beitrag zu einer wohnortnahen allgemeinmedizinischen Versorgung konzipiert worden - nun aber haben immer mehr Mediziner ihre Praxen aufgegeben, teils aus altersbedingten, teils aus gesundheitlichen Gründen - und weitere werden folgen. Das Problem ist, dass im Stadtteil Heide, in dem 3.500, vor allem ältere Menschen wohnen, bislang kein Nachwuchs gewonnen werden konnte. Besonders dringlich ist dabei ein/e NachfolgerIn für die allgemeinmedizinische Praxis. Gemeinsam mit den VertreterInnen vor Ort erörterten Annekathrin Giegengack und Dr. Harald Terpe die Gründe für diesen Mangel. Obwohl es in Deutschland keinen generellen Ärztemangel gebe, wären die Probleme in strukturschwachen oder ländlichen Regionen offensichtlich. Viele Studienabgänger entschieden sich nach der Ausbildung eher für geregelte Arbeitszeiten und eine gute Bezahlung in der Forschung oder der Pharmaindustrie - verständlich zwar, aber für Regionen wie das Erzgebirge perspektivisch äußerst problembehaftet. Als Lösungsansätze brachten die GRÜNEN Politiker regional organisierte Verbünde ins Spiel, die durch flexible dezentrale Strukturen auf Probleme vor Ort besser reagieren könnten. Auch medizinische Versorgungszentren, Zweigpraxen oder mobile Praxisteams könnten darin ihren Platz finden. Hintergrund des Gesprächs war das auf Bundesebene angestrebte Versorgungsstrukturgesetz, das aus Sicht der GRÜNEN zwar Verbesserungen beinhaltet, aber auch zahlreiche Schwachstellen aufweist.

Besichtigung des Klinikums Chemnitz

Am Nachmittag schloss sich für Annekathrin Giegengack und Dr. Harald Terpe eine Besichtigung des Klinikums Chemnitz an. Gemeinsam mit dem medizinischen Geschäftsführer Herr Prof. Dr. Klingelhöfer besuchten sie unter anderem die neue Palliativstation und die Notaufnahme der Einrichtung.

Öffentliche Podiumsdiskussion zum Versorgungsstrukturgesetz

Im Rahmen der Gesundheitstour fand abends schließlich eine öffentliche Podiumsdiskussion statt: "Gut verarztet, gut gepflegt". Diskutiert wurden dabei - neben Details, Auswirkungen und Alternativen des neuen Versorgungsstrukturgesetzes - grundlegende Möglichkeiten einer umfassenden medizinischen Versorgung in Zeiten des demographischen Wandels. Neben Dr. Harald Terpe und Prof. Dr. Klingelhöfer nahmen Herr Dr. Heckemann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Frau Silke Heinke, Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen e.V., Herr Konrad Schumann, Vorsitzender des Sächsischen Pflegerates, sowie Frau Dr. Franziska Werner, Vorstand des Sächsischen Hausärzteverbandes, auf dem Podium Platz. Moderiert wurde die Runde von Annekathrin Giegengack.

Grundsätzlich wurde das Versorgungsstrukturgesetz als ein erster Erfolg gewertet. Als Problem wurde jedoch benannt, dass der Entwurf zwar Maßnahmen zur Vermeidung von Unterversorgung unterbreite, das Thema der Überversorgung aber nicht angegangen werde. Ferner wurden Optionen der Verknüpfung von ambulanter und stationärer Versorgung, das Übertragen von ärztlichen Aufgaben an medizinisches Personal und die Wirksamkeit monetärer Anreize für (künftige) Allgemeinmediziner und Landärzte diskutiert.