Gewerbegebiet Zschorlau: GRÜNE appellieren an Weitsicht und finanzpolitische Vernunft des Zschorlauer Gemeinderats

Auf dem größten Offenlandbiotop des Erzgebirges soll das neue Zschorlauer Gewerbegebiet entstehen

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

Bezüglich der geplanten Abstimmung im Zschorlauer Gemeinderat über den Erwerb eines Flurstückes zur Schaffung eines neuen Gewerbegebietes "Zschorlau West II" appelliert der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an Bürgermeister und Gemeinderat, die folgenreiche Entscheidung gründlich zu überdenken.

"Das, was in Zschorlau passiert, ist typisch kleinkarierte Kirchturmpolitik. Nur wenige hundert Meter entfernt stehen große Teile der ehemaligen Schneeberger Bundeswehrkaserne leer. Dort wirbt man seit Jahren für eine intensive gewerbliche Nutzung. Warum ist es Zschorlau und Schneeberg nicht möglich - ähnlich wie zum Beispiel im Annaberger Land - gemeindeübergreifend Gewerbe anzusiedeln? Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen sollten Mittel und Wege gefunden werden, um Ressourcen jeglicher Art zu bündeln. Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik sieht anders aus", so Ulrike Kahl vom Kreisvorstand der GRÜNEN.

Unvernünftig wäre eine Bebauung der Naturfläche der ehemaligen Jägerkaserne, die im Zschorlauer Gemeindegebiet liegt, auch deshalb, weil es sich dabei um den größten Offenlandbiotop im Erzgebirge handelt. Die erzgebirgischen GRÜNEN kämpfen seit Jahren gemeinsam mit den Naturschutzverbänden gegen das Vorhaben.

"Wir hoffen, dass der Gemeinderat den eigentlichen und unwiederbringlichen Wert der Fläche erkennt und auf eine Bebauung des Offenlandbiotops mit seinen vielfältigen und geschützten Vogel- und Schmetterlingsarten verzichtet", so das Vorstandsmitglied Ulrike Kahl weiter.

Eine Überbauung dieser Fläche liefe auch den Zielstellungen des sächsischen Landesentwicklungsplanes entgegen, der eine strenge Begrenzung und Verdichtung von Siedlungsflächen sowie die vorrangige Nutzung bzw. Nachnutzung vorhandener Bauflächen und Brachen fordert.

"Das Zschorlauer Vorhaben konterkariert damit alle Zielvorgaben Sachsens und des Bundes in punkto Flächenversiegelung, Biodiversität und Nachhaltigkeitsstrategien", so Ulrike Kahl.