Greenpeace-Studie: CDU-Landtagsabgeordneter Krauß gehört zu den 15 mächtigen Freunden der Kohle-Lobby

Illustration der Kohle-Freunde von Greenpeace

Im Februar warfen die Erzgebirgs-GRÜNEN dem CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Krauß vor, sich undifferenziert zur Solarstromförderung zu äußern und sein Landtagsmandat mit seiner Aufsichtsratstätigkeit beim Kohle-Verstromer Vattenfall zu verquicken.

Die heute von Greenpeace Deutschland vorgestellte Studie "Schwarzbuch Kohlepolitik" bestätigt diesen Eindruck einmal mehr: So führt Greenpeace den Landtagsabgeordneten als einen von 15 mächtigen Freunden der Kohle-Lobby bundesweit auf.

In ihrer Studie widmet die Organisation dem "Doppelspieler" Krauß eine halbe Seite (Seite 24) und führt u.a. aus:

"So schön wie Solarzellen und Windräder sind - wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, würden bei uns alle Lichter ausgehen." Wer dies verkenne, sei wirklichkeitsfremd, meint Alexander Krauß, CDU-Landtagsabgeordneter und Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Sachsen.

Der Erschließung neuer Tagebaue steht er positiv gegenüber und fordert für sie eine Planungssicherheit über mindestens 40 Jahre. Solch Poltern hat dem Landtagsabgeordneten den Vorwurf eingebracht, sein Mandat für den Kohlekonzern Vattenfall zu missbrauchen. Krauß sitzt nämlich im Aufsichtsrat der Tagebautochter Vattenfall Europe Mining AG und erhält dafür jährlich 7.200 Euro.

"Ich habe schon immer die Braunkohle als Energieressource favorisiert. Daraus habe ich nie einen Hehl gemacht", verteidigt sich Krauß und erklärt, sein Aufsichtsratshonorar zu spenden.

Er will ein Ende der Solarenergie in Sachsen: Solaranlagen seien angesichts der wenigen Sonnenstunden in Sachsen zu teuer.

Krauß: "Die CDA unterstützt den Bau des neuen Kohlekraftwerkes der Mibrag in Profen."

Krauß ist Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Als studierter Kommunikationsfachmann lässt er keine Gelegenheit aus, für die Braunkohle zu werben: Der Klimaschutz sei ein Jobkiller und schade dem Energiestandort Mitteldeutschland erheblich. Den Appell der evangelischen Synode an den Freistaat, aus der Braunkohleverstromung auszusteigen, kritisiert Krauß offen: "Zu glauben, man könne in kurzer Zeit auf fossile Energieträger verzichten, ist eine Illusion". Sonnenstrom sei viel zu teuer.

Vielleicht als kleines Dankeschön schaltet Vattenfall Anzeigen im Magazin der Jungen Union Sachsen - ganzseitig.