GRÜNE beim erzgebirgischen Bildungsstreik in Aue

Am Mittwoch, den 17. Juni 2009, war die grüne Landtagskandidatin Ulrike Kahl zusammen mit der GRÜNEN JUGEND ERZGEBIRGE in Aue auf der erzgebirgischen Großkundgebung anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks.

 

Am Mittwoch,  den 17. Juni 2009, war die grüne Landtagskandidatin Ulrike Kahl zusammen mit der GRÜNEN JUGEND ERZGEBIRGE in Aue auf der erzgebirgischen Großkundgebung anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks.

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge, wandte sich in ihrer Rede an die auf dem Auer Altmarkt versammelten rund 250 streikenden Schüler, um gemeinsam mit ihnen die Finger in die Wunden der maroden Bildungslandschaft zu legen.

Sie konstatierte den starren Leistungsdruck und überforderte Lehrer, zu große Klassen und soziale Selektion und erinnerte daran, dass Unterrichtsfächer wie Astronomie abgeschafft und Geschichte ausgedünnt werden sollten.

In Zeiten, wo der Staat Unsummen für Abwrackprämie, Großkonzerne und Banken ausgibt – erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Zahlung von 920 Millionen Euro in diesem Monat, die der Freistaat Sachsen für die Ausfallzahlungen bei der sächsischen Landesbank leisten muss - ist es unabdingbar, die Bildungsmisere in Deutschland in den Focus der gesellschaftlichen Debatte zu rücken.

Jeder 10. Schüler in Sachsen verlässt die Schule ohne Abschluss und nur jeder 3. sächsische Schulabgänger legt das Abitur ab, - der Durchschnitt liegt andernorts bei einer Abiturquote von 60 Prozent.

Die Grüne Antwort auf diese Situation heißt Gemeinschaftsschule. Eine Schule, wo man zusammen bis zur 8. Klasse, im Idealfall mit 20 Schülern, unterrichtet wird, wo schwächere Schüler von den leistungsstarken profitieren und die leistungsstarken sich wiederum in sozialer Kompetenz üben können, die unsere Gesellschaft so dringend nötig hat.

Ulrike Kahl verwies in diesem Zusammenhang auf das Schulwesen in Finnland, wo das Modell der Gemeinschaftsschule seit 20 Jahren so erfolgreich umgesetzt wird,  dass das nordeuropäische Land der beständige Sieger der PISA-Studien ist.

 

Es geht jedoch nicht nur um die Gemeinschaftsschule, sondern auch um direkte Entscheidungskompetenzen an unseren Bildungseinrichtungen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern daher eine paritätische Besetzung der Schulgremien, die nicht nur eine beratende Alibifunktion besitzen dürfen. Stattdessen sollen die Schüler direkten Einfluss auf die Geschehnisse und Entscheidungen an ihren Schulen haben.

 

Die Landtagskandidatin betonte weiter, nicht nur als Grüne, sondern auch als Mutter von vier Söhnen zu sprechen. Sie habe in den letzten Jahren ausreichend Erfahrung über die Zustände an deutschen Schulen und Hochschulen sammeln können.  Und weiss auch, von sie spricht, wenn es um Studiengebühren geht: “Wir sind wieder auf dem Weg zurück zu früheren Generationen, wo man das Los werfen musste, welches Kind in der Familie aufgrund der finanziellen Situation eine universitäre Laufbahn einschlagen kann. Und ich bange und hoffe mit euch, dass auch nach den Landtagswahlen im Herbst in Sachsen das Thema Studiengebühren weiterhin tabu bleibt - und dass, in den Bundesländern, in denen diese Gebühren noch bestehen, diese wieder abgeschafft werden.“

 

Ulrike Kahl sagte aber auch, dass sie keine Rückkehr zu dem heute wieder von vielen für positiv befundenen Bildungssystem der DDR möchte.  Dies auch deshalb, weil die Ideologie des Systems für sie  persönlich zur Konsequenz hatte,  dass sie zur verfolgten Schülerin wurde.

 

Die Direktkandidatin der GRÜNEN für die Landtagswahl im Wahlkreis Aue-Schwarzenberg II gab den Schülern mit auf den Weg: „Und denkt daran, Bildung ist mehr als die bloße Verwertbarkeit von Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt“.