GRÜNE besorgt über geplanten Bahnstreckenverkauf

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge beobachten mit großer Sorge den von der DB Regionetz Infrastruktur GmbH geplanten Verkauf von Bahnstrecken im Kreisgebiet.

Dazu Ulrike Kahl vom Kreisvorstand:

"Das Abstoßen von Schienenverbindungen ist letztendlich auf die konzeptionslose und verfehlte Verkehrspolitik der sächsischen Landesregierung zurückzuführen, die durch massive Kürzungen ein umweltfreundliches Verkehrsunternehmen wie die Erzgebirgsbahn in große wirtschaftliche Bedrängnis bringt.Während in anderen Bundesländern. wie beispielsweise Niedersachsen, Konzepte erarbeitet werden, etliche Bahnstrecken wieder zu reaktivieren, gehen wir hier in Sachsen den rückwärtsgewandten Weg der Zerschlagung eines leistungsfähigen Schienennetzes.

Aus der Initiative "Via Wilzschhaus", die über viele Jahre ein touristisches Bahnprojekt von Schönheide bis ins Vogtland verfolgte, wissen wir, dass einmal entfernte Schienen später bei neu erkanntem Bedarf wegen des enorm hohen Finanzaufwandes zum Scheitern verurteilt sind. Oft sind ehemalige Bahntrassen auch wegen Überbauung unwiederbringlich verloren."

Forderung nach mehr Güterverkehr auf der Schiene

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich seit jeher für mehr Gütertransport auf der Schiene ein und appellieren an die Unternehmen in der Region, diese Transportmöglichkeit mehr ernsthaft ins Kalkül ziehen.

"So fragen wir uns, warum der in Hammerunterwiesenthal abgebaute Flußspat nicht per Güterzug in die Auer Nickelhütte zur Weiterverarbeitung transportiert werden kann?"

Die erzgebirgischen GRÜNEN bemängeln die falsche Schwerpunktsetzung in der Verkehrswegefinanzierung von Bund und Land.

Statt in die Schiene zu finanzieren, werden die knappen öffentlichen Gelder immer noch vorrangig in den Neubau von Straßen gesteckt. Wir hoffen sehr, dass die Ausschreibungen im Sinne einer klimafreundlichen Mobilität erfolgreich verlaufen, sich seriöse Bewerber für einen zukunftsfähigen Weiterbetrieb der Bahnlinien finden und damit der bittere Kelch der dauerhaften Einstellung an uns vorüber gehe.", so das GRÜNEN-Vorstandsmitglied.