GRÜNE: Erzgebirgische Kommunalpolitik muss sich gegen Nazivergleiche positionieren

Uwe Kaettniß, Kreisvorsitzender der Erzgebirgs-GRÜNEN

Nach den menschenverachtenden Nazivergleichen von Anhängern des FC Erzgebirge Aue ist die lokale Politik aufgefordert weiteren Schaden von der Stadt Aue und der Heimatregion abzuwenden.

Während des Zweitligaspieles des FC Erzgebirge gegen RB Leipzig wurden im Stadion in Aue Transparent entfaltet, die Management, Spieler und Anhänger des Leipziger Fußballvereines in unfassbarer Weise mit Nazis und Adolf Hitler in Zusammenhang brachten. Dieser Vorgang hat bundesweit Aufmerksamkeit und Abscheu, weit über sportliche Kreise hinaus, hervorgerufen. Auch bei den Mitgliedern von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ruft diese schlimme Entgleisung, die jegliche sportliche Fairness vermissen lässt, tiefes Unverständnis hervor.

Der FC Erzgebirge will nach eigenem Bekunden ein sportlicher Botschafter für das Erzgebirge sein, für die Heimatregion werben und zu einem positivem Image des Erzgebirges beitragen. Wir sehen diese löblichen Bemühungen auf lange Zeit auf das Schwerste beschädigt.

Nachdem sich schon in der Vergangenheit herausstellte, dass einige Unterstützer der Nazi-Terrorzelle NSU ihre Heimat im Erzgebirgskreis hatten, nachdem unsere Heimatregion noch vor PEGIDA mit ausländerfeindlichen Aufmärschen bundesweit unrühmlich bekannt wurde, ist dieser menschenfeindliche Ausfall ein weiterer Rückschlag für die gesamte Region, den es nun mit vereinten Kräften entgegen zu wirken gilt.

Dazu erklärt der Vorsitzende Uwe Kaettniß:

"Wir Erzgebirgs-GRÜNEN begrüßen außerordentlich die schnelle und klare Positionierung des Vereinspräsidenten Helge Leonhardt und seine unmissverständliche Distanzierung von den unsäglichen Ausfällen einiger Fußballanhänger des FCE. Aber wir vermissen die öffentlichen Stellungnahmen des Oberbürgermeisters der Stadt Aue, sowie des Landrates des Erzgebirgskreises, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des FC Erzgebirge ist.

Die Entgleisung einiger Fußballanhänger ist weder ein Streich dummer Jungs, noch eine lässliche Sünde im Überschwang des Fußballgeschehens, sondern eine Verächtlichmachung des sportlichen Gegners, die jedwedem Verständnis von sportlicher und menschlicher Fairness zuwider läuft und deshalb nicht ohne weiteres zu entschuldigen ist."

Ein Blick auf die Kommentare, die zu diesem Geschehen in den sozialen Netzwerken, den Online-Ausgaben der Zeitungen oder auf den Fan-Pages des FCE abgegeben werden offenbart, dass es sich bei den Entgleisungen keineswegs um Einzelmeinungen handelt. Der überwiegende Teil der Anhänger des FCE, der sich dort äußert, bringt entweder Verständnis auf oder er bekräftigt sogar die verächtlich machenden Aussagen der Transparente.

Dem entgegen zu wirken ist eine Aufgabe, die der FCE nicht alleine leisten kann. Hier ist die Bürgerschaft der Stadt Aue und des Landkreises genau so gefordert wie die Akteure der lokalen Politik.