GRÜNE fordern nach Hochwasserkatastrophe von Kommunen nachhaltiges Flächensparen

Ulrike Kahl, Mitglied im Kreisvorstand der Erzgebirgs-GRÜNEN

Nach der jüngsten Flutkatastrophe war es für die GRÜNE Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack wichtig zu erfahren, wie sich die Flächenversiegelung bzw. der Flächenverbrauch im Erzgebirgskreis seit der letzten Hochwasserkatastrophe im August 2002 entwickelt hat.

Der Antwort auf die Kleine Anfrage aus dem Innenministerium ist zu entnehmen, dass als Indikator für den Flächenverbrauch die statistisch erfasste Siedlungs- und Verkehrsfläche im Freistaat dient. Diese weißt seit dem Jahre 2002 für den Erzgebirgskreis einen Anstieg von ca. 9 % aus.

Unstrittig ist, dass eine zunehmende Flächeninanspruchnahme bei Starkniederschlägen das natürliche Wasserversickerungsvermögen verringert und damit zur Verstärkung des oberirdischen Wasserabflusses führt.Das Innenministerium geht allerdings davon aus, dass es künftig zu einer deutlichen Reduzierung der täglichen Flächeninanspruchnahme kommen wird.

Dennoch führt der allgemeine Bevölkerungsrückgang im Moment nicht zu dem im Landesentwicklungsplan als Ziel fixierten "Flächensparen" - das Gegenteil ist der Fall.

Laut sächsischem Landesentwicklungsbericht von 2010 summiert sich der Flächenverbrauch in Sachsen auf 8,2 Hektar pro Tag.Das ambitionierte Ziel des Freistaates sieht bis zum Jahre 2020 vor, die Flächeninanspruchnahme auf unter 2 Hektar pro Tag zu reduzieren. "Um zur angestrebten, wirtschaftlich effizienten Flächennutzung zu gelangen, ist es daher in höchstem Maße kontraproduktiv, wenn Offenlandbiotope - wie in der Gemeinde Zschorlau geplant - einer Gewerbefläche weichen müssen. Flächensparen setzt vor allem auch am Schutz unbebauter Flächen an, zumal, wenn es sich dabei um sensible Naturschutzräume handelt", so Ulrike Kahl vom Kreisvorstand der BÜNDNISGRÜNEN im Erzgebirge, die sich seit Jahren für den Schutz des Offenlandes im ehemaligen Militärgebiet einsetzen.

Mit Verweis auf den aktuellen Landesentwicklungsbericht sollten vor allem Brachen nachgenutzt werden, wobei häufig noch positive Nebeneffekte wie geringere Kosten bei der Erschließung, eine bessere Auslastung der vorhandenen Infrastruktur oder eine geringere Verkehrsbelastung auftreten.

"Da die Flächennutzung in die kommunale Planungshoheit entfällt, ist ein entschlossenes und vor allem verantwortungsbewusstes Handeln der Gemeinden im Sinne einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie ein unbedingtes Erfordernis, wollen wir das Ausmaß künftiger Katastrophen verringern", so Ulrike Kahl von den erzgebirgischen GRÜNEN.