GRÜNE fordern Überdenken der Baupläne für Wohnpark am Hofgarten in Schwarzenberg

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

Zu dem Vorhaben der Schwarzenberger Wohnungsbaugenossenschaft, am Hofgarten auf der grünen Wiese einen Wohnpark zu errichten, äußert sich Kreisvorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN Ulrike Kahl wie folgt:

"Im Hinblick auf eine allseits propagierte Nachhaltigkeit zeugen die Pläne der Schwarzenberger Wohnungsbaugenossenschaft eher von Kurzsichtigkeit.Nur zwei Tage nach Bekanntgabe des Vorhabens berichtet die Freie Presse von einer neuen Leerstandswelle in Sachsen, von der insbesondere auch die Wohnungsgenossenschaften im Erzgebirge betroffen seien.Dabei ist gerade im Schwarzenberger Stadtteil Hofgarten der demografische Wandel mit seiner einhergehenden Überalterung spürbar. Vermutlich werden dort in den kommenden zehn Jahren viele Wohnungen aus Altersgründen leer gezogen. Wer wird sie füllen?

Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen ist es umso unverständlicher, dass die Genossenschaft neues Bauland erschließen und die Restbestände einer Oase nun völlig liquidieren will. Lebensqualität für die Bewohner des oberen Hofgartens schafft man nicht mit neuen Wohnformen, sondern in dem man ihnen die naturnahe Wiese vor der Haustür und den unverstellten Blick auf Stadt und Landschaft lässt.

Weiß die Genossenschaft zudem nicht um den fortschreitenden Flächenverbrauch in Sachsen, der sich zu einem der größten Umweltprobleme entwickelt hat? Tagtäglich werden über 8 Hektar Boden - das entspricht ca. 11 Fußballfeldern - versiegelt.

Weiß sie nicht, dass versiegelte Fläche weniger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, weniger vorbeugender Hochwasserschutz und natürlich auch weniger Lebensqualität für den Menschen bedeutet?

Es bleibt im Sinne von Anwohnern und Natur nur zu hoffen, dass der Genossenschaftsvorstand seine Baupläne überdenkt und die Stadt ihren Aufgaben bei der Ausübung der kommunalen Planungshoheit verantwortungsvoll nachkommt."