GRÜNE fordern Verschiebung der Entscheidung über den Auer Stadionneubau

Landratskandidat Michael Weichert

Kreisvorsitzender Uwe Kaettniß

Am 17. Juni 2015 soll der Kreistag über den Neubau des Sparkassen-Erzgebirgsstadions in Aue entscheiden. Die Gesamtkosten dieses Projekts werden sich allein nach derzeitigem Kenntnisstand auf mehr als 20 Millionen Euro belaufen. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen um den FCE, fordert der Kreisverband Erzgebirge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, diese Entscheidung zu verschieben.

Uwe Kaettniß, Kreisvorsitzender der Erzgebirgs-GRÜNEN, erläutert diese Forderung wie folgt:

"Mittlerweile sollte hinlänglich bekannt sein, dass wir GRÜNE den Neubau des Erzgebirgsstadions ablehnen. Wir meinen, dass eine grundhafte Sanierung des vorhandenen Stadions absolut ausreichend wäre. Diese ist für weit weniger Geld zu haben. Leider sind wir bisher die einzige Partei, die das so sieht.

In den letzten Wochen haben sich durch den Abstieg des FCE die Ausgangsvoraussetzungen für einen Stadionneubau noch einmal fundamental geändert. Der Verein wird beispielsweise nicht mehr die gleiche Pacht zahlen können, wie er das in der zweiten Liga getan hätte. Der Stadionneubau wäre dadurch für den Landkreis mit einer noch höheren Finanzbelastung verbunden als ohnehin schon.

Die Kreisräte sollten nun einen kühlen Kopf bewahren und keine überstürzten Entscheidungen treffen. Wir GRÜNE meinen, dass der Kreistag die Stadionentscheidung zunächst um ein halbes Jahr verschieben sollte. Bis dahin kommen vielleicht auch die anderen Parteien auf den Boden der Tatsachen zurück und sehen etwas realistischer, was sich sowohl der Landkreis als auch der FCE leisten kann und was nicht.

Zu einem Zeitpunkt, in der die gesamte Situation des FCE nicht zu überblicken ist, über einen Neubau abzustimmen und eine enorme Verschuldung in Kauf zu nehmen, ist geradezu absurd. Nur weil es um Fußball geht, kann man nicht den Kopf ausschalten."

Schnelle Entscheidung wahltaktisch motiviert

Der Landratskandidat der GRÜNEN, Michael Weichert, vermutet, dass die geplante schnelle Stadionentscheidung noch im Juni seitens der CDU wahltaktisch motiviert ist:

"Der FCE-Aufsichtsrat Frank Vogel hofft, dass ihm dieser Beschluss in so unmittelbar zeitlicher Nähe zur Landratswahl Wählerstimmen sichert. Ich glaube, dass er sich da täuscht. Eine Vielzahl von Wählern sieht den Neubau äußerst kritisch. Durch den Abstieg des FCE sind jene Stimmen noch zahlreicher geworden.

Was Frank Vogel derzeit plant, wird den Kreishaushalt mittelfristig in eine massive Schieflage bringen. Und dann wird der Kreis gezwungen sein, die Kosten über die Kreisumlage an alle Gemeinden weiterzugeben. Das kann keiner ernsthaft wollen. Die Gemeinden sind ohnehin schon finanziell überlastet."

LINKE beim Stadionthema uneins

Zudem kritisiert Landratskandidat Weichert die uneinheitliche Position der Linkspartei beim Thema Stadionneubau.

"Im Kreistag gab und gibt es von der LINKEN-Fraktion keinerlei Widerworte gegen das Projekt. Die LINKEN-Kreisräte winken alles mit durch. Die Landratskandidatin Antje Feiks jedoch suggeriert den Wählern, dass man dagegen sei. Das ist scheinheilig. Die LINKE Kandidatin weiß nicht, dass ihre Genossen im Kreistag die Rechte für das Stadion heben", so Weichert.