GRÜNE im Erzgebirge hoffen auf regionale Impulswirkung der EKD-Synode

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge freuen sich über die deutlichen Worte des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, zur Eröffnung der EKD-Synode in Bremen.

Nun müssten davon auch Impulse für die Regionalentwicklung ausgehen, heißt es in einer Stellungnahme des grünen Kreisvorstandes. Man erwarte vor diesem Hintergrund mit Spannung die Debatten auf dem Regionalen Kirchentag der erzgebirgischen Kirchenbezirke vom 08. bis 10. Mai 2009 in Annaberg-Buchholz.

Bischof Huber hatte in seinem Ratsbericht betont, angesichts der Finanzkrise und des Klimawandels werde besonders deutlich, wie sehr wir auf Kosten der zukünftigen Generationen leben:

„In drei Bereichen sehen wir gegenwärtig die dramatischen Folgen eines Lebens auf Pump: in der Aufhäufung von Staatsschulden in einer unvorstellbaren Höhe, die allein in Deutschland die Grenze von 1,5 Billionen Euro weit überschritten hat, im Verbrauch von Rohstoffen und Energiequellen, die künftigen Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen können, und in einem Finanzwesen, in dem die Schulden der einen zur – durch keine realen Werte gedeckten – Geldanlage der anderen geworden sind. In allen drei Fällen setzt ein solcher Lebensentwurf auf eine zukünftige Fülle und verbindet das mit der Einbildung, über die Zukunft schon heute verfügen zu können. Das Leben auf Pump beleiht die Zukunft in einer dramatischen Weise. Es häuft Schulden auf, die kommende Generationen belasten. Es verbraucht Umweltressourcen auf Kosten des Handlungsspielraums unserer Kinder und Enkel. Es verspielt bereits jetzt das Erbe einer künftigen Generation.“

Huber äußerte sich auch zur offenen Endlagerfrage bei der Kernenergie, warnte vor einer Laufzeitverlängerung und sprach sich für mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien aus:

„Eine weitere Nutzung der Atomenergie bei gleichzeitigem Offenhalten der Endlagerproblematik ist kein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung. Eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken löst nicht das Problem, sondern verschärft es, weil dadurch die Menge der radioaktiven Abfälle, die endgelagert werden müssen, weiter anwächst. Wir setzen uns für die Bewahrung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen ein. Nicht Verbrauchsmaximierung, sondern Bewahrungsmaximierung muss als Handlungsgrundsatz gelten. Deshalb treten wir für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien genauso wie für den sparsamen Umgang mit Energie ein.“

Die Synode ist das höchste gesetzgebende Gremium der EKD. Die 7. Tagung der 10. Synode der EKD findet vom 2. bis 5. November 2008 in Bremen statt. Das Schwerpunktthema für die Tagung lautet: "Klimawandel - Wasserwandel - Lebenswandel".