GRÜNE im Kreistag halten Pestizideinsatz im Kreis für bedenklich und appellieren zum Verzicht

Kay Meister, Kreisrat der GRÜNEN im Erzgebirge

Die Kreistagsgruppe von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN beschäftigt sich unter anderem mit den Folgen der Verwendung von Pflanzenvernichtungsmitteln für die Lebensräume im Erzgebirgskreis. Dazu bat sie 2015 die Landkreisverwaltung um Auskunft über den Einsatz von Pestiziden auf landkreiseigenen Flächen.

"Pestizide stehen im Verdacht, krebserregende Wirkung zu entfalten. Vor allem in eng besiedelten Gebieten können Gefahren von Pestizideinsätzen zum Beispiel durch Abdrift bei der Ausbringung oder für spielende Kinder ausgehen. Auch die biologische Vielfalt wird durch Pestizideinsatz nachweislich geschädigt, beispielsweise indem auch Nutzinsekten getötet werden und die Avifauna durch mangelnde Nahrungsmenge in der Jungtieraufzucht betroffen ist", so der Biologe Kay Meister, der für die GRÜNEN im Kreistag sitzt.

Nach mehreren Monaten erhielt die GRÜNEN nun eine knappe Antwort von der Landkreisverwaltung: Über die Verwendung entsprechender Mittel durch eigene Hausmeister oder beauftragte Dienstleister an kreiseigenen Immobilien kann keine Auskunft gegeben werden. Der Erzgebirgskreis setzt Pestizide eigenverantwortlich auf Verkehrsflächen (Straßenböschungen, Verkehrsinseln etc.) ein, dazu werden Genehmigungen beim Landesamt für Umwelt und Geologie eingeholt. Zu den behandelten Arealen gehören auch Flächen mit angrenzenden natürlichen Lebensräumen wie Wald, Wiese und wasserführende Strukturen (z.B. Gräben). Ausgebracht wird das Gift durch beauftragte Firmen im Handsprühverfahren. Neben kleineren Flächen finden sich auch großflächige Anwendungen (z.B. 1250 Quadratmeter am Grenzübergang Reitzenhain). Innerorts sind die Gemeinden selbst zuständig.

Benutzt wurde in den Jahren 2012, 2013 und 2014 ein Herbizid mit dem Namen "Roundup UltraMax". "Es wird vom amerikanischen Konzern Monsanto hergestellt und vertrieben. Breitbandherbizide wie Roundup wirken unspezifisch gegen viele Pflanzenarten. Der Wirkstoff ist das für fast alle Pflanzenarten toxische Glyphosat. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), stufte den in Roundup enthaltenen Stoff Glyphosat im März 2015 als "wahrscheinlich" krebserregend ein. Aufgrund dessen halten wir GRÜNEN die Anwendung für bedenklich und appellieren daher zu einem Verzicht bzw. zur Anwendung alternativer Methoden. Auch sollte der Landkreis den Einsatz der Mittel seiner Dienstleister hinterfragen und bei jenen die Anwendung unbedenklicher Mittel und Methoden einfordern", so der GRÜNE Kreisrat.