Grüne Jugend Erzgebirge besorgt über niedrige Abiturientenquote

Der Bericht „Bildung in Sachsen 2008“ des Sächsischen Landesamtes für Statistik weist das Erzgebirge als den Landkreis mit den wenigsten Abiturienten pro Jahrgang in Sachsen aus.

Während zum Ende des Schuljahres 2006/07 sachsenweit 31% der Absolventen ihre Schule mit der allgemeinen Hochschulreife verließen, lag der entsprechende Anteil im Erzgebirgskreis nur bei 24%.

Neben der individuellen Bedeutung der Hochschulzugangsberechtigung für die Berufs- und Lebensplanung junger Menschen, alarmiert diese Zahl vor allem wegen des zunehmenden Nachwuchsmangels bei den Ingenieuren.

Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist Deutschland derzeit nicht in der Lage, Ingenieure, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, durch junge Absolventen zu ersetzen. Dieser Fachkräftemangel wird sich auch im Erzgebirge bemerkbar machen, wo immerhin mehr als ein Viertel aller Beschäftigten im produzierenden Gewerbe arbeitet, das auf das technische Know How gut ausgebildeter Hochschulabgänger angewiesen ist.

„Das Schlusslicht bei Sachsens Abiturientenquote zu sein, erhöht nicht gerade die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region“, sagt dazu Jonas Kahl, Sprecher der Grünen Jugend Erzgebirge, und mahnt ein Umdenken bei den Instrumenten der sogenannten Wirtschaftsförderung an: „Die Befürworter kostspieliger Straßenbauprojekte im Erzgebirge müssen endlich erkennen, dass die Weichen für die regionale Entwicklung schon bei den Schulabschlüssen gestellt werden. Die Zukunft heißt Bildung statt Beton.“