Grüne Jugend Erzgebirge fordert Klarstellung von MdL Thomas Colditz (CDU) zum angeblichen Niveauverlust an sächsischen Schulen

Angesichts des Spitzenplatzes, den die sächsischen Schülerinnen und Schüler im nationalen und internationalen Vergleich bei der jüngsten PISA-Studie errungen haben, fordert die Grüne Jugend Erzgebirge eine Klarstellung von MdL Thomas Colditz. Der Vorsitzende des Arbeitskreises „Schule und Sport“ der CDU-Fraktion hatte noch im Oktober in einer Landtagsdebatte vor einer „Absenkung des Niveaus gymnasialer Ausbildung und der Ausbildung an der Mittelschule gleichermaßen“ gewarnt, die durch die Durchlässigkeit zwischen den beiden Schultypen entstehe.

„Es ist Zeit, dass sich Herr Colditz zu seinen Befürchtungen näher erklärt,“ fordert deshalb Jonas Kahl, Sprecher der Grünen Jugend Erzgebirge, und merkt an: „Bei einem langjährigen Bildungspolitiker wird man wirklich ein präziseres Urteilsvermögen erwarten können!“ Der Hintergrund der unglücklichen Äußerung des gelernten Lehrers liege in dessen rein ideologischer Annahme, dass ein Wechsel von Mittelschülern an Gymnasien dem Lernniveau schade. Colditz versuche durch solche Spekulationen, die Durchlässigkeit der sächsischen Schullandschaft zu schwächen, die sich aber gerade erfolgreich bewährt hat.

Für die jüngste Studie PISA-E nahmen unter der Federführung des Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften im Jahr 2006 bundesweit 57.000 Schüler an 1500 Schulen teil. Sachsen nimmt dabei unter den deutschen Bundesländern in allen drei Kategorien (Naturwissenschaften, Textverständnis und Mathematik) den ersten Platz ein.

 

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