GRÜNE kritisieren Ausdünnung des Zugverkehrs durch Einstellung der Strecke Pockau – Marienberg

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge bedauern, dass nun auch das letzte Zugpaar auf der Strecke Pockau - Marienberg in diesem Monat seinen Betrieb einstellen wird. Einst führte diese Linie über Gelobtland noch knappe 20 km weiter bis zum Grenzort Reitzenhain und weiter ins Böhmische.

"Wieder geht ein Stück Bahngeschichte in Sachsen zu Ende, sukzessive wird die Ausdünnung des Liniennetzes im ländlichen Raum von Fahrplanwechsel zu Fahrplanwechsel weiterbetrieben", so Ulrike Kahl vom Kreisvorstand der Erzgebirgs-GRÜNEN.

"Den Schwarzen Peter für derartige Entwicklungen möchten wir allerdings weniger der Erzgebirgsbahn zuschieben, sondern vielmehr auf die verfehlte und konzeptlose Verkehrspolitik des Freistaates Sachsen verweisen. Die massiven Kürzungen der CDU/FDP-geführten Regierung im ÖPNV-Sektor müssen zwangsläufig zu Streckenstilllegungen und Abbestellungen seitens der Bahn führen. Letztendlich werden damit Wohn- und Arbeitsorte geschwächt und unattraktiv, touristische Potentiale bleiben unerschlossen. Die Erfahrungen zeigen außerdem, dass Teilschließungen die Nutzerzahlen im öffentlichen Personennahverkehr insgesamt reduzieren."

"Allerorts werden derzeit Klimaschutzprogramme erarbeitet, deren wichtiger Bestandteil Fördermaßnahmen für Bus und Bahn sind. Streichungen vor diesem Hintergrund sind genau das Gegenteil von dem, was zwingend zu tun wäre."

Deshalb wiederholen die erzgebirgischen GRÜNEN ihre Forderung zum Ausbau statt Abbau des Schienenpersonennahverkehrs als reelle Alternative des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum. Die Bahn muss vor allem auch wegen des Klimawandels zum Rückgrat des Verkehrs werden.