GRÜNE kritisieren übereilte Entscheidung des Landratsamtes zum Totalabriss der Meinertschen Spinnmühle in Lugau

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Die GRÜNEN im Erzgebirgskreis kritisieren die voreilige Entscheidung des Landratsamtes zum Abriss der Meinertschen Spinnmühle in Lugau. Auch zeigen sie sich mehr wie enttäuscht, dass selbst die zuständigen Denkmalschutzbehörden ihre Zustimmung signalisieren.

 

„Auch uns ist bewusst, das der Zustand dieses historischen Gebäudes desolat, eine neue Nutzung nicht in Sicht und die Eigentumsverhältnisse schwierig sind. Aber nur zwei Wochen nach einem Rund-Tisch-Gespräch mit Fachexperten, bei dem vereinbart wurde, nach Lösungen und vor allem auch nach Geld für einen Teilerhalt zu suchen, Vorschnell eine Abrissentscheidung zu fällen, wird der kulturhistorischen Bedeutung dieses frühen Industriedenkmales nicht gerecht. Die ernsthaften Bemühungen der Leipziger Denkmalstiftung zur Rettung von Teilen des Gebäudes einfach in den Wind zu schlagen, zeugt von mangelnder Verantwortung gegenüber unserem kulturellem Erbe“, so Ulrike Kahl, Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

 

Johann Traugott Lohse (1760 - 1836), der Baumeister und Architekt des Objektes, war der erste und zugleich einer der bedeutendsten Industriearchitekten Sachsens, die Meinertsche Spinnmühle eines der wenigen noch vorhandenen Industriedenkmäler dieser Art und ein wichtiger Bestandteil der Sächsischen Denkmallandschaft überhaupt.

 

„Insofern stellt die Aktion, übereilt den Abriss in Gang zu setzen, ein Armutszeugnis für die Region dar. Wir beklagen die mangelnde Sensibilität für die Erfassung der kulturhistorischen Werte unserer Heimat sehr und hoffen darauf, dass der Totalabriss noch verhindert werden kann. Die Uhr jedenfalls läuft in Richtung Abrissbirne und gegen ein unwiederbringliches Zeugnis unserer Vergangenheit“, so Kahl weiter.