GRÜNE kritisiert Zschorlauer Beschluss zur Rechenhausbrücke - Volkmar Zschocke stellt Anfrage im Landtag

Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN im Erzgebirgskreis

Zum  einstimmigen Gemeinderatsbeschluss in der vergangenen Woche in Zschorlau, die Baulast für die alte Rechenhausbrücke nicht zu übernehmen, äußert sich Ulrike Kahl, Mitglied der Bürgerinitiative für den Erhalt der Rechenhausbrücke, folgendermaßen:

"Wie der Vertreter des LASuV zum Vor-Ort-Termin auf Nachfrage versicherte, befindet sich die Brücke in einem verkehrssicheren Zustand,  jährliche Kosten für Prüfung und Überwachung würden in etwa 1000 €  betragen.

Vor diesem Hintergrund ist die Zschorlauer Entscheidung, gerade auch im Hinblick auf kommende Generationen, welche das denkmalgeschützte Bauwerk dann nur noch auf alten Ansichten betrachten könnten, nicht nachzuvollziehen. Es zeugt von großer Geschichtslosigkeit und Heimatvergessenheit, wenn man die Rechenhausbrücke so einfach dem Abriss preisgibt. Aber vermutlich wurden die Gemeinderäte auch nicht mit diesen tatsächlichen Zahlen konfrontiert, sondern mit den fälschlichen Kostenrechnungen in Millionenhöhe getäuscht, die auch schon im Technischen Ausschuss des Kreistages den Räten offeriert wurden. Wir hoffen, dass die anderen Kommunen im Zweckverband Mulderadweg nicht in diese Falle tappen und ihre Entscheidungen zugunsten der alten Rechenhausbrücke fällen", so die GRÜNE.

Der für das Erzgebirge zuständige GRÜNE Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke hinterfragt diese widersprüchlichen Aussagen gerade mit einer Kleinen Anfrage im Landtag. Außerdem möchte der Landespolitiker von der Staatsregierung wissen, ob sich das sächsische Umweltministerium  während der Planungsphase vor Ort davon überzeugt hat, welche Folgen der Brückenabriss für die Tierwelt an der Mulde bedeuten würde und ob diesbzgl. Gespräche mit regionalen Naturschützern geführt wurden.

Eine Ausgleichsmaßnahme ist laut Bundesnaturschutzgesetz für Eingriffe in Natur und Landschaft zwingend geboten, da mit dem Bau der neuen Brücke schwerwiegend in das FFH-Gebiet an der Mulde eingegriffen wird. Für diesen Zweck soll das Brückendenkmal mit Zustimmung des sächsischen Umweltministeriums weichen.

 

Die Kleine Anfrage steht als Drucksache 6 / 13638 unter http://edas.landtag.sachsen.de//viewer.aspx?dok_nr=13638&dok_art=Drs&leg_per=6 zur Verfügung.