GRÜNE legen Vorschläge für Nahverkehrsplanung vor

Kreisrat Stefan Vogler (GRÜNE)

Die Freie Presse berichtet in ihren Regionalsausgaben am 09. November 2010 über die Initiative der GRÜNEN Kreisräte zur anstehenden Nahverkehrsplanung des Erzgebirgslandkreises. Bereits in der Kreistagssitzung am 30. September 2010 hatte der GRÜNE Kreisrat Stefan Vogler in seiner Rede deutlich gemacht, warum dem von einem Ingenieurbüro aus Kassel ausgearbeiteten Plan für den zukünftigen Busverkehr nicht zugestimmt werden könne. Nun hat Stefan Vogler seine Vorschläge für einen bürgerfreundlicheren Nahvehrkehr im Erzgebirge vorgelegt. 

Dazu der Redakteur Mike Baldauf:

"Zur Kreistagssitzung am 2. Dezember werden sich die Kommunalpolitiker erneut mit der Planung für den straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2015 befassen. Nicht zuletzt auf Drängen von Stefan Vogler waren die Unterlagen vor der Beschlussfassung zum Überarbeiten in den Technischen Ausschuss verwiesen worden.

Allerdings zeigte sich der Bündnisgrüne gestern hinsichtlich der Bereitschaft von Kreisräten, über alternative Herangehensweisen nachzudenken, desillusioniert: "Wir können uns stundenlang über irgendwelche Straßenprojekte unterhalten. Beim Thema ÖPNV ist man dagegen konservativ und lässt alles über sich ergehen." Die Fortschreibung der Nahverkehrsplanung weist nicht nur zahlreiche Fehler auf, sondern basiert auch auf einer Verkehrserhebung von 2002/03. Der demografische Wandel war zwar ein entscheidender Grund für die Kommunal- und Funktionalreform von 2008, aber bei der Nahverkehrsplanung scheint das niemanden zu interessieren, kritisiert Vogler. Er hofft, dass sich das Gremium zumindest auf die Entwicklung und Erprobung von alternativen Angeboten wie Rufbus und Anrufsammeltaxis in mehreren bahnnahen Gebieten verständigen kann.

Dieser Punkt ist Teil eines Antrages, den er zusammen mit Ingolf Wappler (CDU) mit dem Votum der SPD-Grüne-Fraktion eingebracht hat. Gerade wegen der Tal-Lage der Eisenbahnstrecken mache sich ein intelligenter Zubringerverkehr zu den Zügen erforderlich, begründet Vogler.

Zugleich fordern die Antragsteller parallel bestehende Verbindungen von Bus und Bahn zu überprüfen und abzubauen. Überdies sollte es an allen Verknüpfungsstellen zwischen Bus und Bahn Übergangsmöglichkeiten geben. Vogler und Wappler plädieren ebenso für wohnungsnähere Zustiegsmöglichkeiten. Ferner fordern sie, die Reaktivierung der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz - Schwarzenberg zu prüfen und parallel verkehrende Buslinien einzuschränken.

"Die Möglichkeiten der Eisenbahn als schnelles und weit gehend wetterunabhängiges Transportmittel sind nicht von der Hand zu weisen. Im Gegensatz zum Bus sind die Züge durchgängig klimatisiert, besitzen eine Toilette, sind barrierefrei mit ausreichend Stellplätzen für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder", heißt es in dem Papier zur Begründung."