GRÜNE sorgten für Transparenz beim Stadionbau und mahnen Kostenehrlichkeit an

Uwe Kaettniß, Kreisvorsitzender der Erzgebirgs-GRÜNEN

Zur morgigen Übergabe des Fußballstadions in Aue äußert sich Uwe Kaettniß, GRÜNER Vertreter im Lenkungsausschuss des Kreistages folgendermaßen: 

"Am Freitag, den 26. Januar, wird in Aue das neue Stadion an den FC Erzgebirge übergeben werden. Für viele Fußballfreunde und Anhänger des Profisports wird das ein Tag großer Freude sein. Wir Bündnisgrüne gönnen ihnen diese Freude. Aber es gab und gibt auch viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises, die mit Unverständnis auf die verausgabten immensen Geldsummen schauen. Auch wir als Partei haben das Vorhaben von Beginn an kritisch begleitet. Nach wie vor halten wir den Umfang an finanziellen Ressourcen, der hier allein für den Profifußball eingesetzt wurde, für entschieden zu hoch und unangemessen im Verhältnis zu den Ausgaben im Breitensport. 

Die Entscheidung zum Bau des neuen Stadions wurde jedoch auf breiter Basis im Kreistag getroffen. Als Demokraten haben wir eine solche Entscheidung selbstverständlich respektiert. In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns im Lenkungskreis für den Stadionbau engagiert und das Baugeschehen, die Änderungen der Planung, die Mehr- und Minderausgaben sowie die zusätzlichen Bauaufträge kritisch-konstruktiv begleitet. Nach heutigem Kenntnisstand wird die reine Bausumme ziemlich punktgenau den Planungen entsprechen. Das ist eine anerkennenswerte Arbeit aller am Bau Beteiligten. Wir GRÜNE nehmen für uns in Anspruch, einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet zu haben, indem wir frühzeitig auf zu beachtende Risiken hinwiesen und der Landkreisverwaltung sowie den Gutachtern und Planern ein hohes Maß an Transparenz abverlangten.

Allerdings lässt sich noch nicht wirklich solide beziffern, was uns als Landkreis das Stadion tatsächlich kostet. Die reinen Baukosten sind zwar die größte, aber beileibe nicht die einzige Ausgabenposition. Zur Kostenehrlichkeit gehören die Fördermittel, die wir zurückzahlen mussten, gehören die Bilanzverluste aus Abschreibungen auf die abgerissenen Gebäude, gehören die Kosten für zusätzliche Baumaßnahmen wie Einfriedung und Vorplatzgestaltung, gehören die Kosten für die Gremienarbeit und die internen Verwaltungskosten dieses Projektes. Hinzu kommen natürlich auch die Ausgaben für eine Anlage des Breitensports, der in dem reinen Profi-Fußballstadion nicht mehr gewollt und möglich ist. Die dafür von der Stadt Aue geplanten Millioneninvestitionen muss sich der Steuerzahler ebenso ans Revers heften lassen.
 
Und letztlich werden wir auch den Bericht des Landesrechnungshofes zu diesem derzeit größten Investitionsvorhaben des Landkreises abwarten müssen, um eine sachlich und politisch fundierte Bewertung vornehmen zu können.

Den Freunden des Fußballsports aber wünschen wir erlebnisreiche Tage in der modernen Arena."