GRÜNE sprechen sich für feste Tabuzonen bei der Windkraftnutzung im Erzgebirge aus

Eva Jähnigen, Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

In der Diskussion um die Errichtung von Windkraftanlagen im Erzgebirge plädiert die GRÜNEN-Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen für einen gezielten und naturverträglichen Ausbau der Windenergie. Für einen überlegten Ausbau hat die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in einer "Repowering"-Studie für den Erzgebirgskreis neun konkrete Tabuzonen benannt.

Dazu erklärt die Landtagsabgeordnete Jähnigen:

"Wir GRÜNE wollen die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien auch in Sachsen. Aber wir wollen einen gezielten, naturverträglichen Ausbau der Windenergie. Schutzgebiete wie FFH- und SPA-Gebiete, Nationalparks und Naturschutzgebiete sind für uns dabei Taburäume. Auch das Europäische Vogelschutzgebiet bei Moldava ist deshalb kein geeigneter Standort für einen Windpark."

"Aus Gründen des Landschaftsschutzes muss es unserer Meinung nach Tabuzonen geben. Auf landschaftsprägenden Kuppen im Erzgebirge sollten keine Anlagen stehen. Wir treten deshalb für eine Bündelung der Anlagen und gegen Wildwuchs ein."

Die GRÜNE-Fraktion im Sächsischen Landtag hat dazu im Rahmen der 'Repowering-Studie' einheitliche Kriterien für den Landschaftsschutz bei der Windkraftnutzung entwickelt. Freizuhaltende landschaftsprägende Kuppen im Erzgebirgskreis sind demnach unter anderem (Siehe dazu auch S. 128 der Studie)

1. Greifensteine

2. Scheibenberg

3. Drei-Brüder-Höhe

4. Dittersdorfer Höhe

5. Deutschland-Schacht-Halde

6. Pöhlberg

7. Bärenstein

8. Fichtelberggebiet

9. Schwartenberg

Zu den Protesten gegen neue Windkraft-Anlagen äußert sich die Landtagsabgeordnete wie folgt:

"Die 'Kein-Ort-nirgends-Windenergie-Blockade' der sächsischen FDP und von Teilen der CDU weisen wir zurück. Sie ist nur ideologisch begründet und nicht sachgerecht. Grundsätzlich sind moderne, höhere Windenergieanlagen für Vögel und Fledermäuse weniger störend als die Windenergieanlagen der neunziger Jahre. Richtige Standortwahl, Betriebsmanagement mit zeitweisen Abschaltungen und Ausgleichsmaßnahmen können die Bedrohung für die Tierwelt drastisch reduzieren. Die richtigen Maßnahmen sind immer im Einzelfall zu prüfen."

"Protest gegen Windparks im Erzgebirge ist dann glaubwürdig, wenn er sich nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Windenergie in Sachsen richtet. Wer hingegen bei der Windenergienutzung von Landschaftszerstörung spricht, aber bei der tatsächlichen Zerstörung von Landschaft und Heimat durch die Braunkohletagebaue in der Lausitz und im mitteldeutschen Raum schweigt, argumentiert zutiefst unehrlich."