GRÜNE verweisen auf Bürgerrecht zur Einsichtnahme in Zschorlauer Planungsakten

Hier plant die Gemeinde Zschorlau die Errichtung eines weiteren Gewerbegebietes

Die GRÜNEN im Erzgebirge raten Bürgern und Verbänden, noch bis zum 04.08.09 im Bauamt der Gemeinde Zschorlau von ihrem Bürgerrecht auf Einsichtnahme in Pläne und Umweltbericht zum Bau des geplanten Gewerbegebietes Zschorlau West II Gebrauch zu machen.

Der Bürgermeister und die Gemeinderäte planen den 340.000 EUR teuren Kauf einer knapp 8 ha großen Fläche vom Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes der Bundeswehr, um dort  ein neues Gewerbegebiet zu erschließen.

Bei dem anvisierten Standort handelt es sich um seit Jahren unberührtes Grünland, das sich im Laufe der Zeit zu einem einmaligen, großen Offenlandbiotop entwickeln konnte, wie er in dieser Gesamtheit im Erzgebirge nicht noch einmal zu finden sein wird. So dient das Gelände einer Vielzahl von Vogelarten als Brut- und Aufenthaltsgebiet, darunter etlicher vom Aussterben bedrohter Arten wie Schwarzstorch, Baumfalke und Wachtel, die sich aus diesem Grund auf Sachsens Roter Liste befinden. Auch Kiebitz und Rebhuhn besiedelten schon das Gelände, in dem außerdem noch Altbergbauuntergrund eingestreut  ist.

 "Das Gebiet einer Bebauung zuzuführen, ist aus unserer Sicht nicht nur aus Naturschutzgründen abzulehnen, sondern auch unter anderen Aspekten ein widersinniges Unterfangen. Die Zersiedelung und Versiegelung der Landschaft würde damit weiterhin forciert. Dagegen warten im benachbarten Schneeberg im ehemaligen Kasernengelände eine Fülle von Immobilien auf eine gewerbliche Nutzung. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Bürger das zeitlich eingeschränkte Einspruchsrecht nutzen und ihre Einwendungen zur geplanten Bebauung in den nächsten Wochen an die  Gemeindeverwaltung richten“,  so Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der GRÜNEN im Erzgebirge.