GRÜNEN-Abgeordnete fordert mehr Sensibilität beim Umgang mit historischer Bausubstanz

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack benennt die Staatsregierung über 340 Denkmäler im Kreisgebiet, die in den letzten zehn Jahren aus den Ortschaften verschwunden sind. Darunter befanden sich neben stattlichen Wohnhäusern u. a. auch Fabrikgebäude und Fabrikantenvillen im Jugendstil, historische Verwaltungsgebäude bis hin zu Wohnstallhäusern von Mehrseithöfen.

Annekathrin Giegengack, Mitglied des Sächsischen Landtags

- 340 Denkmale im Kreis unwiederbringlich verloren -

Der Erzgebirgskreis weißt aufgrund einer bewegten Montan- und Industriegeschichte einen großen Reichtum an Bauzeugnissen vergangener Epochen auf, deren Bewahrung von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist.

Viele erzgebirgische Baudenkmäler befanden und befinden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand, sodass – wenn keine Nutzungskonzepte vorliegen – meist nur in der Abrissbirne eine Alternative gesehen wird.

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack benennt die Staatsregierung über 340 Denkmäler im Kreisgebiet, die in den letzten zehn Jahren aus den Ortschaften verschwunden sind. Darunter befanden sich neben stattlichen Wohnhäusern u. a. auch Fabrikgebäude und Fabrikantenvillen im Jugendstil, historische Verwaltungsgebäude bis hin zu Wohnstallhäusern von Mehrseithöfen.

„Tragisch zum Beispiel auch der Abriss zweier Wohn- und Geschäftshäuser in der Scheibnerstraße in Annaberg, die weichen mussten, weil die Stadt an dieser Stelle ein großes Parkhaus plante, dessen Bau aber aufgrund anhängender Klagen sehr ungewiss ist.“, so die GRÜNE Abgeordnete.

„Es ist höchst bedauernswert, wenn der Freistaat mit seiner Fördermittelpolitik den Abriss denkmalgeschützter Objekte forciert, statt diese Summen in das Landesprogramm für die Förderung der Denkmalpflege zu transferieren. Leider verschweigt uns das zuständige Ministerium in der Antwort die Höhe der in den Denkmalabriss geflossenen Fördermittel.“

Auf der „Roten Liste“ im Kreisgebiet stehen noch 21 denkmalgeschützte Objekte, für die bereits eine Abrissgenehmigung erteilt wurde sowie vier weitere, für die ein Antrag auf Abriss gestellt wurde, so u. a. für den Eiskeller in Schwarzenberg und das Hammerherrenhaus in Schönheide.

Annekathrin Giegengack plädiert für mehr Sensibilität beim Umgang mit historischer Bausubstanz. „Die Gebäude sind das Vermächtnis unserer Vorfahren. Mit jedem Abriss geht unwiederbringlich ein Stück unserer Identität verloren.“