GRÜNEN-Fraktionschef Volkmar Zschocke: Schwarzwild-Fleischproben auch 30 Jahre nach Tschernobyl teilweise noch stark belastet

Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender und gesundheitspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Wie eine Kleine Anfrage des gesundheitspolitischen Sprechers von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Volkmar Zschocke, an die Staatsregierung ergab, verstärkten sich in den letzten Jahren die radiologischen Untersuchungen von erlegtem Schwarzwild im Vogtland, dem Landkreis Zwickau sowie auch dem Erzgebirgskreis maßgeblich. So wurden beispielsweise im Erzgebirge nach nur vereinzelten Proben in den Jahren zwischen 2005 und 2013 nunmehr über 100 Schwarzwild-Fleischproben pro Jahr auf radioaktives Cäsium 137 hin untersucht.

Grund dafür waren hohe Überschreitungen des zugelassenen Höchstwertes von 600 Bq/kg in den Untersuchungsergebnissen der Jahre 2010 - 2012 vor allem im Süden des Vogtlandkreises, so dass dort seitdem radiologische Pflichtuntersuchungen bei erlegtem Schwarzwild eingeführt wurden. Ein sich anschließendes Monitoring in angrenzenden Gebieten führte zu einer Erweiterung des Pflichtuntersuchungsgebietes seit dem 1. Juli 2016 auf Teile des westlichen Erzgebirges und angrenzende Gemeinden im Landkreis Zwickau.

Ausweitung der radiologischen Pflichtuntersuchungen auch auf Gebiete des Westerzgebirges richtiger Schritt

„Auch über 30 Jahre nach dem verheerenden Reaktorunfall von Tschernobyl sind die Auswirkungen dieses Ereignisses - wenn auch mit abnehmender Tendenz - noch in unseren sächsischen Wäldern, insbesondere im Schwarzwildbestand, spürbar“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete.

“So überschritten in den Jahren 2014/2015 im Schnitt immerhin noch 33 % der untersuchten Fleischproben den vorgegebenen Grenzwert von 600 Bq/kg und dies zum Teil sehr drastisch. Speziell im Winter dieses Untersuchungszeitraumes lag der höchste Messwert bei 7 470 Bq/kg, das ist das über 12-fache des Zugelassenen. Zur gesundheitlichen Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist die räumliche Ausweitung des Pflichtuntersuchungsgebietes auch auf Teile des Westerzgebirges mit wesentlich mehr Prüfungen aus unserer Sicht der richtige Schritt“, so Zschocke weiter.

Schwarzwildfleisch, welches höher als vorgeschrieben belastet ist, darf nicht in den Handel gelangen und muss entsorgt werden. Auf Nachfrage des GRÜNEN Landtagsabgeordneten beziffert das sächsische Verbraucherschutzministerium die Anzahl der Anträge auf Schadensausgleich aus der Privatjagd beim Bundesverwaltungsamt auf 550 seit September 2012.