Hebammen? - Unverzichtbar! Landtagsfraktionschef Volkmar Zschocke zu Besuch bei Hebammen im Erzgebirgskreis

Volkmar Zschocke im Gespräch mit der Schwarzenberger Familien-Hebamme Sabine Egermann

Fraktionschef Zschocke im Gespräch mit Hebammen im Geburtshaus "Glühwürmchen" in Annaberg-Buchholz

Am vergangenen Mittwoch, den 15.Juli, war der Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der GRÜNEN im Landtag, Volkmar Zschocke, während seiner mehrtägigen Hebammentour auch in der Erzgebirgsregion unterwegs. So suchte der Landespolitiker das Gespräch mit der Schwarzenberger Familien-Hebamme Sabine Egermann und Hebammen im Geburtshaus "Glühwürmchen" in Annaberg-Buchholz.

Hintergrund der Besuche ist für Zschocke die sich ständig verschlechternde Situation der Hebammen. Seit 2008 haben die rapide steigenden Kosten für die Haftpflichtversicherungen deutschlandweit jede vierte Hebamme gezwungen, ihren Beruf aufzugeben. Dabei sind Hebammen eine unerlässliche Hilfe und Unterstützung für die Betreuung und Beratung werdender Mütter. Welche Auswirkungen die enorm gewachsenen Haftpflichtprämien auf die Versorgungssituation bezüglich der ambulanten Geburtshilfe in Sachsen hat, ist auf Nachfrage der GRÜNEN der Sächsischen Staatsregierung bisher unbekannt.

Damit sich aber jede Frau in Sachsen frei entscheiden kann, ob sie ihr Kind im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hause gebären möchte, brauchen Familien schnell konkrete Lösungen, wie die Hebammenversorgung in Sachsen gesichert werden kann.

Bei den Gesprächen mit den Hebammen sowohl in Schwarzenberg als auch in Annaberg wurde die unhaltbare Situation seitens der Hebammen deutlich benannt. Bereits jetzt müssen von den Hebammen werdende Mütter aufgrund von Personalmangel und Überarbeitung abgelehnt oder auch geburtsvorbereitende Kurse gestrichen werden. Ein Angebot für Hausgeburten existiert im Erzgebirge de facto gar nicht mehr.

Deshalb fordern die GRÜNEN eine schnelle Lösung der Versicherungsproblematik auf Bundesebene, damit die Haftpflichtprämien für freiberufliche Hebammen nicht weiter steigen. Der Beruf muss wieder für junge Leute attraktiv werden und eine dringend gebotene Aufwertung und Anerkennung erfahren.

Die sächsischen GRÜNEN halten es zudem für wichtig, dass das Sozialministerium eine landesweite Statistik zur Hebammenversorgung in Sachsen erhebt, in der sowohl Nachfrage der Schwangeren bzw. Mütter nach Hebammenleistungen als auch die Einkommens- und Arbeitssituation von Hebammen erfasst werden.

Ferner halten die sächsischen GRÜNEN die Etablierung eines Runden Tisches zur Sicherung einer flächendeckenden und am Bedarf orientierten Hebammenversorgung in Sachsen für sinnvoll.