Im Erzgebirge nichts abhängen: GRÜNE machen Landesregierung für weitere Streichliste bei Zügen der Erzgebirgsbahn verantwortlich

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Die erzgebirgischen GRÜNEN machen die Sächsische Staatsregierung dafür verantwortlich, dass es zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember erneut zu einer Angebotsreduzierung bei der Erzgebirgsbahn kommen wird.

Dazu Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN und Kreisrätin:

"Anstatt eine bedarfsgerechete und ökologisch notwendige Ausweitung des Nahverkehrs vorzunehmen, führt der Weg seit Jahren aufgrund chronischer Unterfinanzierung zur weiteren Streichung von Zügen im Erzgebirgskreis. Dieser schleichende Prozess hat zur Folge, dass auch viele Fahrgäste, die bewusst auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn setzen, zunehmend abgehängt werden und sich verstärkt genötigt sehen, auf´s Auto umzusteigen.

Dies alles sind Auswirkungen einer völlig verfehlten Verkehrspolitik der letzten sächsichen Staatsregierung, die somit zwangsläufig den Inividualverkehr befördert. Besonders die Menschen im ländlichen Raum, wie hier im Erzgebirge, sind auf einen attraktiven ÖPNV angewiesen. Dabei sollte jedem bewusst sein, dass gute Verbindungen auch zum Konzept gegen weitere Abwanderungen gehören.

Unser Appell als erzgebirgische GRÜNE geht daher insbesondere an die neue sächsische Landesregierung, die Kürzung der Regionalisierungsmittel zurückzunehmen, damit unsere Bus- und Bahnunternehmen wieder Planungssicherheit gewinnen und eine Ausdünnung von Taktzeiten und Strecken der Vergangenheit angehören. Auch den Landkreis möchten wir zu stärkerer Verantwortung auffordern, damit er einem attraktiven Nahverkehr mehr Bedeutung widmet.

Letztlich werden damit auch alle Masterpläne zu Klimaschutz und Mobilität konterkariert. Dabei wäre gerade Sachsen gut beraten, konsequent umzusteuern. Im Ergebnis des jüngst durchgeführten Ländervergleichs der "Allianz pro Schiene", der die Nachhaltigkeit der Mobilität aller 16 Bundesländer bewertet, belegt der Freistaat nur einen hinteren 11. Platz. Sachsen ist danach eines der wenigen Länder, deren CO2-Werte im Verkehr nicht sinken, sondern sogar maßgeblich ansteigen."