Internationaler Tag gegen den Lärm am 29. April 2015: Lärm verringert Lebensqualität und macht krank

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Lärm verringert Lebensqualität und macht krank

Das Anwachsen von Bürgerinitiativen - ob an der B169 in Schneeberg-Neustädtel, der B174 in Hohndorf bzw. Reitzenhain oder an der B95 in Schönfeld - zeigen es sehr deutlich: Immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner unseres Kreisgebietes empfinden den Verkehrslärm als starke Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.

Die Verkehrsgeräusche, denen wir tagtäglich in unserem Wohnumfeld ausgesetzt sind, vereiteln uns die so nötigen Erholungs- und Entspannungsmomente auf Terrasse, Balkon oder Garten und ermöglichen kaum noch das Schlafen bei geöffnetem Fenster.

Dabei gilt es in medizinischen Fachkreisen als unstrittig, dass Lärm unabhängig davon, ob man ihn als störend empfindet oder nicht, krank macht. Wer dauerhaft davon geplagt ist, dem drohen Herz-Kreislauferkrankungen und Gehörschäden. Das größte lärmbedingte Gesundheitsrisiko ist jedoch der psychische Stress, der zu innerer Unruhe und Schlafstörungen bis hin zu Depressionen führen kann.

Zudem erleiden Häuser wie Grundstücke an viel befahrenden Straßen im Erzgebirge eine Wertminderung und auch der erholungssuchende Tourist wird sich von einer verkehrslärmenden Gegend abwenden.

GRÜNE fordern Maßnahmen zur Lärmminderung

"Daher fordern wir GRÜNE mehr Einsatz von lärmmindernder Asphalt und Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen an besonders stark frequentierten Ortsdurchfahrten. Mit Unverständnis und Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass das Landesamt für Straßenbau und Verkehr derartigen Forderungen von Betroffenen und Kommunen beständig eine Abfuhr erteilt. Man muss wissen, dass beispielsweise 50 Autos, die mit Tempo 50 unterwegs sind, so viel Lärm machen wie 100 Fahrzeuge, die Tempo 30 fahren.Doch jeder Bürger hat es ein Stück weit auch selbst in der Hand, die Umweltbelastung durch Lärm zu reduzieren. Mit einer bewussten Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs und Ausweich auf Rad, Bus oder Bahn kann wesentlich zur einer Reduzierung des Straßenverkehrslärmes und Erhöhung unserer Lebensqualität beigetragen werden", so Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der erzgebirgischen GRÜNEN.